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Thränen zu verbergen, welche Ozema's Zuſtand ſeinen Augen ent⸗ lockte.„Ich fürchte, unſer Klima ſagt im Allgemeinen den armen Kindern Hayti's nicht zu, da die Krankheit, welche in Sevilla und Palos unter ihnen herrſcht, wenig Hoffnung zum Aufkommen gibt.“
„Iſt dieß ſo, Don Chriſtoval?“
„Sennora, ich glaube, es iſt nur zu wahr. Man hat jedoch für ihre Seelen ſowohl als für ihre Leiber Sorge getragen, und Ozema iſt jetzt die einzige ihres Volkes in Spanien, welche die heilige Taufe noch nicht empfangen hat.“
„Sennora,“ ſagte die Marquiſe, die mit überraſchten und kummervollen Zügen von dem Lager der Kranken zurücktrat.„Ich fürchte, unſere Hoffnungen ſchlagen gänzlich fehl! Die Dame Ozema hat mir eben zugeflüſtert, daß Luis und Mercedes zuerſt in ihrer Gegenwart vermählt werden müßten, ehe ſie einwilligen könne, in den Schooß der Kirche aufgenommen zu werden.“
„Dieß bekundet nicht den richtigen Sinn, Beatriz— und doch was läßt ſich mit einem Weſen anfangen, deſſen Geiſt ſo wenig durch das Licht von oben erleuchtet iſt? Es iſt aber wahrſchein⸗ lich bloß eine vorübergehende Laune, die vergeſſen ſeyn wird, wenn der Erzbiſchof bereit ſteht.“
„Ich glaube nicht, Sennora, denn nie hat ſie noch ſo ent⸗ ſchloſſen und entſchieden ausgeſehen. Sie iſt ſonſt ſanft und lenk⸗ ſam; aber dieß hat ſie mir dreimal und in einer Weiſe geſagt, daß ich wohl glauben muß, es ſey ihr völlig Ernſt damit.“
Iſabella trat nun an das Lager, an dem ſie lange und be⸗ gütigend mit der Kranken ſprach. In der Zwiſchenzeit verkehrte der Admiral mit der Marquiſe und Luis näherte ſich unſerer Heldin. Beide Letzteren waren ungemein bewegt, und Mercedes wagte in banger Erwartung kaum zu athmen. Einige leiſe Worte aber gaben ihr bald eine Gewißheit, die, trotz ihrer edeln Gefühle für Ozema, nicht verfehlen konnte, ſie zu beglücken— nemlich die, daß das
Heerz unſeres Helden ganz ihr gehöre. Von dieſem Augenblicke an


