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581 ehrlich zu rechifertigen. Ozema, die von unſern Vermählungsfor⸗ men hörte und Zeuge unſerer Verehrung gegen das Kreuz war, hat ihre Lage und die Gefühle meines Neffen falſch verſtanden und gab ſich deshalb einer grauſamen Selbſttäuſchung hin, die einem chriſtlichen Mädchen nimmermehr hätte begegnen können.“ „Die Sache koͤmmt mir in dieſem Lichte wahrſcheinlich vor,“ entgegnete die Königin mit dem zarten Sinne ihres Geſchlechts für die Gefühle— um nicht zu ſagen, für die Rechte der Frauen— „doch dieß berührt die Empfindungen einer Dame— nein einer Prinzeſſin, und darf daher nicht ſo öffentlich verhandelt werden. Es iſt daher paſſend, Sennores, daß alle weiteren Erörterungen den Frauen anheim fallen, und ich verſehe mich's zu eurer Ritter⸗ lichkeit und Ehrenhaftigkeit, daß die Vorgänge dieſer Nacht ein Ge⸗ heimniß bleiben. Die Dame Ozema iſt fürderhin unter meiner Obhut, und Du, Graf von Llera, ſollſt meinen Schlußbeſcheid hin⸗ ſichtlich Deiner Verbindung mit Donna Mercedes morgen erfahren.“ Niemand wagte etwas gegen dieſe mit königlicher und frauen⸗ hafter Würde vorgetragenen Worte einzuwenden, und nach den ge⸗ wöhnlichen Ehrfurchtsbezeugungen gegen die Herrſcherin verließen Columbus und unſer Held das Gemach. Die Königin trennte ſich erſt ſpät von Ozema; was ſich aber in dieſer Zeit zutrug, behalten wir uns für eine ſpätere Scene vor.


