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Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika / von J. F. Cooper. Aus dem Engl. von C. Kolb
Entstehung
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„Herr Admiral, ich ſtelle es durchaus in Abrede. Ich habe ſie weder geheirathet, noch je daran gedacht, mich mit einer Andern als mit Mercedes zu vermählen.“

Dieſe Worte trugen den Ausdruck jener offenen Freimüthigkeit, welche einen der ſchönſten Züge in dem Character des jungen Mannes bildete.

„Haſt Du ihr alſo ein Unrecht angethan— und ihr dadurch ein Recht gegeben, zu glauben, daß Du die Abſicht habeſt, ſie zu ehelichen?“

„Gewiß nicht. Ich hätte meine eigene Schweſter nicht mehr achten können, als ich Ozema achtete, was ſchon aus dem Umſtand erhellt, daß ich mich beeilte, ſie unter die Obhut meiner theuren Tante und in die Geſellſchaft von Donna Mercedes zu bringen.“

„Dieß ſcheint vernünftig, Sennora; denn der Mann hat immer ſo viel Achtung gegen die Tugend des ſchönen Geſchlechts, daß er ſogar in den Anwandlungen des Leichtſinns Anſtand nimmt, ſie vorſätzlich zu kränken.“

„Zu Widerlegung aller dieſer Betheurungen und des von Euch gerühmten Anſtandsgefühls der Männer, Sennor Colon, dient die einfache Erklärung dieſer in Täuſchung unerfahrenen, einfachen Seele, deren Rang und Anſprüche einen derartigen Trug eben ſo unnöͤthig machen müſſen, als er ihrer unwürdig wäre. Beatriz, Du biſt wohl der gleichen Meinung und kannſt nichts zur Ent⸗ ſchuldigung für dieſen treuloſen Ritter aufſinden, obgleich er einmal der Stolz Deines Hauſes war?“

„Sennora, ich weiß nicht, was ich glauben ſoll. Was auch immer die Mängel und Schwächen des Knaben ſeyn mochten— und der Himmel weiß, ihrer ſind viele geweſen— Täuſchung und Unwahrheit gehörten nie dazu. Ich habe ſogar die Art, wie er die Prinzeſſin meiner unmittelbaren Sorge anheim gab, den Regungen eines Herzens zugeſchrieben, das die Verirrungen des Verſtandes nicht zu verhehlen beabſichtigte, indem er wohl erwarten mochte, ihre Anweſenheit in meiner Familie werde mir früher die Donna Mercedes.?te Aufl. 37