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„Wir müſſen der Sache ein Ende machen, Beatriz, und ich kenne kein ſichereres Mittel, als daß wir zu den Thatſachen über⸗ gehen,“ ſagte die Königin.„Tritt hervor, Ozema, und laß dein Zeugniß dieſe Angelegenheit für immer bereinigen.“
Die junge Indianerin, welche das Spaniſche weit beſſer begriff, als ſie ſich in dieſer Sprache auszudrücken vermochte, obgleich ſie lange nicht alles von den gewechſelten Worten verſtanden hatte— gehorchte ſogleich. Ihre ganze Seele war von den Vor⸗ gängen hingenommen, während ihr Verſtand ſich vergebens abmühte, ſich alles zurecht zu legen. Mercedes allein hatte das Schaffen ihrer Züge bemerkt, als Iſabella tadelte und Luis ſeine Einwen⸗ dungen vorbrachte— und es bekundete vollkommen die Innigkeit der Theilnahme, die ſie für unſern Helden fühlte.
„Ozema,“ nahm die Königin wieder auf, indem ſie langſam und mit der größten Beſtimmtheit ſprach, um von der Angeredeten richtig verſtanden zu werden;„ſprich, biſt Du mit Luis de Bobadilla vermählt oder nicht?“
„Ozema Luis' Weib!“ antwortete das Mädchen lachend und erröthend.„Luis Ozema's Gatte.“
„Dieß iſt ſo klar, als nur Worte ſeyn können, Don Chriſtoval, und auf meine wiederholten angelegentlichen Fragen hat ſie nie etwas anderes geantwortet. Wie und wann heirathete Luis Dich, Ozema?“
„Luis heirathen Ozema mit Religion— mit Spanier Religion. Ozema heirathen Luis mit Liebe und Gehorſam— mit Hayti Weiſe.“
„Das iſt etwas Außerordentliches, Sennora,“ bemerkte der Ad⸗
1 miral, nund ich möchte wohl klarer in der Sache ſehen. Darf ich mich
der Erlaubniß Eurer Hoheit erfreuen, ſelbſt einige Fragen zu ſtellen?“ „Thue, wie Du willſt, Sennor,“ entgegnete die Königin mit Kälte;„ich bin in dieſer Sache befriedigt, und es ziemt meiner Gerechtigkeit, ſchleunig zu handeln.“. „Conde de Llera, geſtehſt Du zu oder ziehſt Du in Abrede, daß Du Ozema's Gatte biſt?“ fragte Columbus mit hohem Ernſte.


