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Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika / von J. F. Cooper. Aus dem Engl. von C. Kolb
Entstehung
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wie es meinem Range und Geſchlechte ziemt, entgegentreten könnte, aber ich geſtehe, daß ich bei dem Gedanken zittere, den Augen und dem Urtheile meines edlen Vetters zu begegnen.“

Beatriz hörte mit Theilnahme zu, und als ihre königliche Ge⸗ bieterin zu ſprechen aufgehört hatte, küßte ſie zärtlich ihre Hand und drückte ſie an ihr Herz.

„Laßt vielmehr Don Fernando bei dieſer Begegnung zittern,“ verſetzte ſie.

„Nein, Beatriz, wir wiſſen, daß er nichts zu fürchten hat, denn das Gerücht ſpricht nur allzuſehr zu ſeinen Gunſten. Aber warum zöoögern wir hier in banger Ungewißheit, wenn die Stütze, auf die wir uns lehnen müſſen, bereit iſt, ihre Laſt aufzunehmen? Wir wollen zu Vater Alonzo gehen, der uns ohne Zweifel bereits erwartet.“

Die Fürſtin und ihre Freundin begaben ſich nun in die Capelle des Palaſtes, wo ihr Beichtvater die tägliche Meſſe las. Das Mißtrauen, welches die Seele der beſcheidenen Iſabella beunruhigte, wurde durch die heilige Handlung zurückgedrängt oder nahm viel⸗ mehr ſeine Zuflucht zu jenem Felſen, auf den die Prinzeſſin alle ihre Bekümmerniſſe und Verirrungen niederzulegen pflegte. Als die kleine Verſammlung die Capelle verließ, kam ein von Schweiß triefender Bote mit der erſehnten, aber doch noch bezweifelten Nach⸗ richt, daß der König von Sicilien Duennas wohlbehalten erreicht habe, und daß, da er ſich nun in der Mitte ſeiner Anhänger befände, kein vernünftiger Grund mehr vorhanden ſey, die beabſichtigte Ver⸗ mählungsfeier länger zu verzögern.

Iſabella wurde durch dieſe Kunde auf's heftigſte überraſcht, und bedurfte mehr als je der Unterſtützung von Beatriz de Bobadilla, um jene holde innere und äußere Heiterkeit wieder zu gewinnen, welche ihre Erſcheinung ſonſt ſo anziehend und eindrucksvoll machte. Einige im Nachdenken und in Gebeten zugebrachte Stunden goſſen

aber bald eine ſanfte Ruhe in ihre Seele, und wir finden nun die zwei Donna Mercedes. 2te Aufl. 3