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Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika / von J. F. Cooper. Aus dem Engl. von C. Kolb
Entstehung
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„Gerechter Himmel! Ich möchte wohl den unverſchämten Ara⸗ goniſchen Edeln ſehen, der es wagen könnte, etwas der Art nur anzudeuten. Wenn auch Don Fernando edel iſt, ſeyd Ihr nicht noch edler, Sennora, da Ihr dem älteren Zweige deſſelben Hauſes entſproſſen ſeyd? Wenn er jung iſt, ſeyd Ihr es nicht auch? Iſt er weiſe, ſeyd Ihr nicht noch weiſer? Iſt er ſchön, ſeyd Ihr nicht vielmehr ein Engel, als ein Weib? Iſt er tapfer, ſeyd Ihr nicht tugendhaft? Iſt er liebenswürdig, ſeyd Ihr nicht die Anmuth ſelbſt? Iſt er großmüthig, ſeyd Ihr nicht gut? und was noch mehr iſt, ſeyd Ihr nicht ſo eigentlich die Seele der Großmuth? Wenn er eifrig iſt in Erfüllung der Pflichten unſerer heiligen Re⸗ ligion, ſeyd Ihr nicht ein Engel?“

„Guter Gott! guter Gott— Beatriz, biſt Du eine Troͤſterin! Ich ſollte Dich um Deiner eiteln Zunge willen tadeln, aber ich weiß, daß Du es ehrlich meinſt.“

„Es iſt nichts, als die allzugroße Beſcheidenheit, geehrte Ge⸗ bieterin, welche Euch die Verdienſte Anderer ſchneller bemerken läßt, als die eigenen. Don Fernando ſoll mir Acht haben! Wenn er auch in dem ganzen Pompe und Glanze ſeiner vielen Kronen kommt, ſo ſtehe ich dafür, daß er in Caſtilien eine königliche Jungfrau findet, die ihn einſchüchtern und ſeine Eitelkeit zu Paaren treiben wird, ſelbſt wenn ſie in keinem andern Prunke, als in dem holden Gewande ihrer eigenen demüthigen Natur vor ihm erſcheint.“

„Ich habe nicht von Don Fernando's Eitelkeit geſprochen, Beatriz, und ich glaube nicht, daß er auch nur im mindeſten zu einem ſo armſeligen Gefühl hinneigt; und was den Pomp an⸗ belangt, ſo wiſſen wir wohl, daß das Gold in Saragoſſa nicht häufiger iſt, als in Valladolid, obgleich er eine Krone beſitzt und noch mehrere zu erwarten hat. Aber ungeachtet Deines zwar gut gemeinten, aber thörichten Geredes mißtraue ich mehr mir ſelbſt, als dem König von Sicilien. Es dünkt mich, daß ich jedem an⸗ dern Prinzen in der Chriſtenheit mit Gleichgültigkeit, oder doch