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Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika / von J. F. Cooper. Aus dem Engl. von C. Kolb
Entstehung
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treue Beatriz, will ich geſtehen, daß, wäre der König von Sieilien ſo alt als Don Alfonſo von Portugal, oder wäre er ſo weichlich und unmännlich, als Monſteur de Guienne— wäre er in der That weniger jung und anziehend, ich keine ſolche Befangenheit bei dieſer Begegnung fühlen würde, wie ich jetzt empfinde.“

„Das iſt doch ſonderbar, Sennora! Ich für meinen Theil muß bekennen, daß ich Don Andres nicht eine Stunde von ſeinem Leben, ſo hinreichend lang es auch iſt, nicht die mindeſte Anmuth ſeiner Perſon, wenn ſich je der ehrenwerthe Ritter einer ſolchen rühmen kann, nicht eine einzige Vollkommenheit, ſowohl des Kör⸗ pers als der Seele, erlaſſen möchte.“

„Dein Fall iſt nicht der meine, Beatriz. Du kennſt den Marquis von Moya; haſt auf ſeine Worte gehorcht und biſt an ſein Lob und ſeine Bewunderung gewöhnt.“

„Heiliger St. Jago von Spanien! Ihr braucht wahrlich nicht wegen Unbekanntſchaft mit ſolchen Dingen verlegen zu ſeyn, Sennora: denn von Allem, was zu lernen iſt, lernt man am leichteſten an Lob und Bewunderung Geſchmack finden.“

„Du haſt Recht, meine Tochter,“— denn ſo nannte Iſabella oft ihre Freundin, obgleich ſie ſelbſt die jüngere war. Ueberhaupt war in ihrem ſpäteren Leben und nachdem die Prinzeſſin Königin geworden war, dieß der gewöhnliche Ausdruck ihrer Zärtlichkeit. —„Du haſt Recht, wenn Lob und Bewunderung ſo freimüthig ge⸗ geben werden, als ſie verdient ſind. Aber ich zweifle ſehr, ob meine Anſprüche auch von dieſer Art ſind, und ſehe mit Beſorgniß den Gefühlen entgegen, welche unſer erſtes Zuſammentreffen in Don Fernando hervorrufen wird. Ich weiß— nein, ich fühle, daß er liebenswürdig, edel, tapfer, großmüthig und gut iſt— ſchön an⸗ zuſehen und treu den Pflichten unſerer heiligen Religion ergeben, an Charakter ſo ausgezeichnet, als an Geburk; und ich zittere, wenn ich bedenke, wie wenig ich geeignet bin, ſeine Braut und Koͤnigin zu heißen.“