34
Freundinnen wieder allein in demſelben Zimmer, in welchem ſie dem Leſer zuerſt vorgeführt wurden.
„Haſt Du Don Andres de Cabrera geſehen?“ fragte die Prin⸗ zeſſin, indem ſie die Hand von ihrer Stirne nahm, welche ſie oft in einer Art von wirrer Rückerinnerung gedrückt hatte.
Beatriz de Bobadilla erröthete und brach dann in ein Lachen aus, eine Freiheit, welche ihre Gebieterin um der lange beſtandenen Zuneigung willen nachſah.
„Für einen jungen Mann von dreißigen und einen in den Kriegen mit den Mauren ziemlich zuſammengehackten Ritter hat Don Andres einen hurtigen Fuß,“ erwiederte ſie.„Er brachte die Kunde von der Ankunft und zugleich ſeine eigene liebenswürdige Perſon, um zu zeigen, daß erſtere keine Lüge ſey. Für einen Mann, der ſo viel erfahren, hat er einen ſtarken Hang zum Plaudern, und ſo konnte ich in der That, während Ihr, meine geehrte Gebieterin, allein in Eurem Gemache wart, alle die Wunder der Reiſe mit anhören. Es ſcheint, Sennora, daß ſie Duennas nicht zu früh er⸗ reicht haben, denn die einzige Börſe, welche ſie beſaßen, war ver⸗ loren gegangen, oder vielleicht wegen ihrer Leichtigkeit von dem Winde weggeblaſen worden.“
„Ich hoffe, dieſer Unfall hat ſich ausgleichen laſſen. Wenige aus dem Hauſe Traſtamara beſitzen in dieſer ſchweren Zeit viel Gold, und doch iſt Keiner gewöhnt, ganz ohne daſſelbe zu ſeyn.“
„Don Andres iſt weder ein Bettler, noch ein Knicker. Er iſt nun in unſerem Caſtilien, wo er ohne Zweifel mit Juden und Geld⸗ verleihern hinreichend vertraut iſt; und da dieſe den vollen Werth ſeiner Beſitzungen kennen müſſen, ſo kann es dem König von Sici⸗ lien an nichts gebrechen. Auch höre ich, daß der Graf von Tre⸗ vinno ſich edel gegen ihn benommen.“
„Dieſe Freigebigkeit wird den Grafen von Trevinno nicht ge⸗ reuen.— Aber Beatriz, bringe das Schreibzeug herbei, es iſt in


