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Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika / von J. F. Cooper. Aus dem Engl. von C. Kolb
Entstehung
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„Nun, ſpotte wie Du willſt, Eigenſinnige! Aber wir können doch unſer reines Spaniſch eher den Edlen von Aragon, als den Galliern beibringen. Außerdem iſt Don Fernando auch mein Ver⸗ wandter, denn das Haus von Traſtamara ſtammt von Caſtilien und deſſen Fürſten ab, und ſo können wir doch wenigſtens hoffen, daß der König von Sieilien im Stande ſeyn werde, ſich uns ver⸗ ſtändlich zu machen.“

„Wenn er das nicht zunte, ſo wäre er kein ächter Ritter. Ein Mann, dem die Zunge vverſagt, wenn es einer königlichen Jungfrau gilt, deren Schöneit die der Morgenröthe übertrifft, deren Vortrefflichkeit bereits an den Himmel reicht, die eine Krone beſitzt—“

„Mädchen! Mädchen! Deine Zunge geht mit Dir durch! Eine ſolche Unterhaltung ziemt weder Dir noch mir.“

„Und doch, Donna Iſabella, ſteht meine Zunge in engem Bunde mit meinem Herzen.“

„Ich glaube Dir, meine gute Beatriz, aber wir ſollten Beide unſerer letzten Beichte und des geiſtlichen Zuſpruchs gedenken, den wir damals erhielten. Solche Schmeichelreden erſcheinen leichtſin⸗ nig, wenn wir uns unſerer vielen Verirrungen und der mancherlei

Anläſſe erinnern, welche Vergebung nöthig machen. Was dieſe Hei⸗ rath anbelangt, ſo moͤchte ich Dich überdies daran erinnern, daß ſie

oon meiner Seite nach reiflicher Erwägung und in Folge von Grün⸗

den, die einer Fürſtin würdig ſind, keineswegs aber in Folge eines leichtſinnigen Hingebens an Träumereien beſchloſſen wurde. Du weißt, daß ich Don Fernando nie geſehen habe, und daß auch er mich nie erblickte.“

„Gewiß, theuerſte Dame und geehrte Gebieterin! ich weiß, ſehe und glaube dieſes Alles. Ich will auch zugeben, daß es ſelbſt für ein Edelfräulein unziemlich und ihrer Geburt wenig angemeſſen wäre, die überaus wichtigen Bande der Che mit keinen beſſern Gründen, als mit den leichten Eingebungen eines Landmädchens zu