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ſchönſte, der tapferſte und liebenswürdigſte Prinz in der Chriſten⸗ heit iſt, da Ihr ihn nicht geſchaffen, ſondern nur als Gemahl an⸗ genommen habt.“
„Nein, Du gehſt weiter, als Klugheit und Achtung erlauben, meine gute Bea iz,“ erwiederte Iſabella, ſcheinbar zürnend, ob⸗ gleich ſie ſelbſt in tiefer Bewegung erröthete und ſich in dem Lobe ihres Verlobten geſchmeichelt ſah.„D weißt, ich habe meinen Vetter, den König von Sicilien, nie ſehen.“
„Sehr wahr, Sennora; aber cer Alonzo de Coca ſah ihn; und ein ſichereres Auge, oder eine we rere Zunge als die ſeine gibt es nicht mehr in Caſtilien.“
„Beatriz! ich will Dir Deine Freiheit, ſo unbillig und un⸗ ziemend ſie iſt, vergeben, weil ich weiß, daß Du mich liebſt und mein Glück mehr im Auge haſt, als das meines Volkes,“ ſagte die Prinzeſſin mit einem Tone, deſſen Würde jetzt durch keine Beimiſchung natürlicher weiblicher Schwäche gemindert war, denn ſie fühlte ſich wirklich etwas gekränkt.„Du weißt, oder ſollteſt wenigſtens wiſſen, daß eine Jungfrau von königlichem Geblüt ver⸗ pflichtet iſt, bei einer Verfügung über ihre Hand vor Allem die Intereſſen des Staates im Auge zu haben, und daß die müßigen Träumereien von Dorfmädchen wenig mit ihren Pflichten gemein haben. Ja, würde ſogar ein Mädchen von edler Abkunft, wie Du, an etwas Anderes denken, als ſich bei der Wahl ihres Gatten ihrem Familienrath zu unterwerfen? Wann ich unter ſo vielen Prinzen Don Fernando von Aragon erwählt habe, ſo geſchah es ohne Zweifel, weil dieſe Verbindung den Intereſſen Caſtiliens an⸗ gemeſſener iſt, als jede andere, die ſich darbot. Du weißt, Beatriz, daß die Caſtilianer und Aragonier Einem Volksſtamme angehoͤren, und daß ſie dieſelben Sitten, dieſelben Vorurtheile und auch die⸗ ſelbe Sprache haben.“
„Ach, theuerſte Gebieterin, verwechſelt doch nicht die reinen Laute Caſtiliens mit dem Dialekt der Berge!“


