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zu ihren Füßen einnahm, und den Körper in ehrfurchtsvoller An⸗ hänglichkeit ſo weit vorbeugte, daß ſich das hellere Haar der Fürſtin mit ihren eigenen dunkeln Locken vermiſchte, wobei zugleich der Kopf der Letzteren auf dem Geſicht ihrer Freundin zu ruhen ſchien. Der Leſer mag aus der Abweſenheit jedes anderen Zeugen, wie auch aus der gänzlichen Vernachläſſigung der caſtilianiſchen Etiquette und der ſpaniſchen Zurückhaltung ſchließen, daß die Unter⸗ haltung beider Damen im eigentlichſten Sinne eine vertrauliche war, und mehr durch die Gefühle der Natur, als durch die künſt⸗ lichen Vorſchriften, welche bei dem Verkehr an Höfen üblich ſind, geleitet wurde.
„Ich habe gebetet, Beatriz, daß Gott mein Urtheil in dieſer wichtigen Angelegenheit lenken möchte,“ ſagte die Fürſtin in Fort⸗ ſetzung irgend einer vorausgehenden Bemerkung,„und ich hoffe, daß ich in der Wahl, welche ich traf, das Glück meiner künftigen unterthanen ebenſo ſehr im Auge hatte, als das meinige.“
„Niemand wird ſich herausnehmen, das zu bezweifeln,“ ſagte Beatriz de Bobadilla;„denn die Liebe der Caſtilianer zu Euch iſt ſo groß, daß ſie nicht einmal Etwas gegen Euren Wunſch einwen⸗ den würden, wenn es GEuch gefallen wollte, ſogar den Großtürken zu heirathen.“
„Sage lieber, Deine Liebe ſey ſo groß für mich, meine gute Beatriz, ſonſt könnte Dir etwas der Art nicht einfallen,“ erwie⸗ derte Iſabella lächelnd, indem ſie das Antlitz von dem Haupt der Gefährtin erhob.„Vielleicht würden mir aber auch meine Caſtilianer eine ſolche Sünde nachſehen, wenn nur ich ſelbſt es mir verzeihen könnte, zu vergeſſen, daß ich eine Chriſtin bin. Beatriz, dieſe An⸗ gelegenheit hat als eine ſchwere Prüfung auf mir gelaſtet.“
„Nun, die Stunde der Prüfung iſt nahezu vorbei. Heilige Maria! welcher Gedankenleichtſinn, welche Eitelkeit, und welche irrige Selbſtbeurtheilung muß in den Männern wohnen, daß einige zu hoffen wagen konnten, Eure Hand zu gewinnen! Ihr wart noch ein


