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Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika / von J. F. Cooper. Aus dem Engl. von C. Kolb
Entstehung
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Kind, als man Euch mit Don Carlos verlobte, einem Prinzen, der alt genug iſt, um Euer Vater zu ſeyn; und dann, als ob dieß noch nicht genug ſey für ein warmes eaſtilianiſches Blut, ſuchte man den König von Portugal für Euch aus, der vielleicht noch um eine Generation älter iſt. So ſehr ich Euch liebe, Donna Iſabella— und meine eigene Seele iſt mir kaum theurer— ſo verehre ich Euch doch am meiſten um der edlen und fürſtlichen Antwort willen, mit der Ihr, obgleich Ihr damals noch ein Kind wart, den gottloſen Wunſch des Königs, Euch zu einer Königin von Portugal zu machen, zurückwieſet.“

„Don Enriquez iſt mein Bruder, Beatriz, und Dein und mein königlicher Gebieter.“

„Ah! Ihr habt es Allen wacker geſagt,“ fuhr Beatriz von Bobadilla mit leuchtenden Augen und einem Triumphgefühl fort, welches ſie den ruhigen Verweis ihrer Herrin überſehen ließ;—„und habt einer Fürſtin aus dem königlichen Hauſe von Caſtilien würdig gehandelt. ‚Die Infantinnen von Caſtilien’, ſagtet Ihr, ‚können nicht ohne Einſtimmung der Edeln des Reichs zu einer Heirath gedrängt werden“, und mit dieſer paſſenden Antwort konnten ſie zufrieden ſeyn.“

„Und doch, Beatriz, bin ich jetzt im Begriff, über die Hand einer Infantin von Caſtilien zu verfügen, ohne daß ich ſeinen Adel zu Rathe zog.“

„O! ſagt das nicht, meine hohe Herrin! Es gibt keinen treuen und tapfern Ritter zwiſchen den Pyrenäen und dem Meere, welcher nicht in ſeinem Herzen Eure Wahl billigte. Der Charakter, das Alter und andere Eigenſchaften des Freiers machen in ſolchen Din⸗ gen einen merklichen Unterſchied. Aber ſo wenig ſich Don Alfonſo von Portugal zu einem Gatten für Donna Jſabella eignete und eignet, was ſollen wir zu dem nächſten Bewerber ſagen, der an Eure königliche Hand Anſprüche machte, nämlich zu Don Pedro Giron, dem Großmeiſter des Calatrava⸗Ordens? In der That ein