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Zweites Kapitel.
Laß doch den Schattenwald der Nachtigall, Da dich die ſchönſte Einſamkeit umfließt, Wo deiner Lippen ſanft melod'ſcher Hall Ein göttergleich Entzücken um ſich gießt— Der Weisheit Vorbild, die nach oben ringt, Im Geiſterflug das ew'ge Heim umſchlingt.
Wordsworth.
Während Johann von Aragon ſich derartiger Mittel bediente, um ſeinen Sohn in den Stand zu ſetzen, den wachſamen und rach⸗ ſüchtigen Spähern des Königs von Caſtilien zu entgehen, waren in Valladolid manche Herzen in ängſtlicher Bewegung, und harrten mit der Ungeduld und Zaghaftigkeit, die immer die Ausführung eines gefährlichen Unternehmens begleiten, auf das Reſultat des gegen⸗ wärtigen Beginnens. Unter denen, welche an dem Zuge Ferdinands von Aragon und ſeiner Gefährten einen derartigen Antheil nahmen, waren Einige, welche wir jetzt dem Leſer vorführen müſſen.
Obgleich Valladolid damals noch nicht den Glanz beſaß, wel⸗ chen daſſelbe ſpäter als Reſidenz Carls V. erlangte, ſo war es doch eine alte, und für die damalige Zeit großartige und reiche Stadt, welche unter andern minder anſehnlichen Gebäuden auch herrliche Paläſte hatte. Unter die ſchönſten gehörte der Palaſt Don Juans de Vivero, eines Mannes aus dem höͤchſten Adel des König⸗ reichs, und die Phantaſie muß uns denſelben jetzt wieder aus den Trümmern ſteigen laſſen, da unſer daſelbſt eine weit angenehmere Geſellſchaft wartet, als die, welche wir eben verlaſſen haben— Perſonen, welche mit ängftlicher Beſorgniß Nachrichten von Duennas erwarteten. Das Gemach, in welches ſich der Leſer verſetzen muß, hatte viel von der überladenen Pracht jenes Zeitalters, aber vereint mit der Behaglichkeit und Ordnung, welche Frauen ſelten dem Theile eines Gebäudes zu geben verfehlen, welcher unmittelbar zu ihrer


