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Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika / von J. F. Cooper. Aus dem Engl. von C. Kolb
Entstehung
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Privatangelegenheiten bezog, in den Hintergrund treten. Man hielt Verſammlungen des Staatsraths, ſchmeichelte den Capitaliſten oder ſchüchterte ſie ein, und die Eingeweihten unter den Höflingen befanden ſich augenſcheinlich in einem Zuſtande der größten und ernſteſten Aufregung. Endlich ſchien die Zeit der Vorbereitungen vorüber und der Augenblick des Handelns gekommen zu ſeyn. Die allgemeine Neugierde wurde befriedigt und die Bürger von Saragoſſa durften erfahren, daß der König wegen hochwichtiger Angelegenheiten eine feierliche Geſandtſchaft an ſeinen Nachbar, Verwandten und Verbundeten, den Monarchen von Caſtilien, zu ſchicken beabſichtige.

Im Jahre 1469 ſaß Heinrich, gleichfalls aus dem Hauſe Traſtamara, unter dem Titel Heinrich IV. auf dem Throne des benachbarten Königreichs. Er war in männlicher Linie der Enkel eines Bruders von dem Vater Johanns II. und alſo der Sohn eines Geſchwiſterkindes von dem Monarchen Aragons. Aber ob⸗ gleich man hätte erwarten ſollen, daß dieſe Verwandtſchaft nahe genug ſey, um in den gemeinſchaftlichen Familien⸗Intereſſen ein kräftiges Band zu finden, ſo waren doch gar manche freundſchaftliche Geſandtſchaften nöthig, um den Frieden zwiſchen beiden Fürſten auf⸗ recht zu erhalten; das Ruchbarwerden der gegenwärtigen Sendung veranlaßte daher in den Straßen der Stadt eher Zufriedenheit als Verwunderung.

Obgleich Heinrich von Caſtilien über größere und reichere Landſtriche der Halbinſel herrſchte, als ſein Vetter von Aragon, ſo fehlte es ihm doch auch nicht an Sorgen und Bekümmerniſſen. Er hatte ſeine erſte Gemalin, Blanca von Aragon, verſtoßen, um Johanna von Portugal zu ehelichen, eine Prinzeſſin von ſo offen⸗ kundig leichtfertigem Charakter, daß ſie nicht nur am Hofe großes Aergerniß gab, ſondern auch auf die Geburt ihres einzigen Kindes, ſeiner Tochter, das zweideutigſte Licht warf Umſtände, welche die Abneigung gegen die Mutter in Haß umwandelten und Veranlaſ⸗ ſung gaben, daß das Kind ſeiner Reichserbanſprüche beraubt wurde.