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jeder einen verſtohlenen Blick nach dem entfernten Weibe. Sie hatte ſich auf ihre Knie emporgerichtet, ihre Hände hatten einen Eckſtein erfaßt und ihr Geſicht war faſt bis zur Erde herabgebeugt, während an dem Zittern ihrer Geſtalt und ihrer demuthsvollen Haltung deutlich zu ſehen war, daß ihr Geiſt mit dem Herrn mächtig um Gnade rang.
Drei Tage nachher traten die triumphirenden Amerikaner in die weichenden Fußſtapfen der königlichen Armee. Die Erſten unter Denen,
welche nach den Gräbern ihrer Vätern eilten, fanden den Leichnam
eines Weibes, das, dem Anſchein nach, in der Strenge der Jahres⸗ zeit den Tod gefunden hatte. Sie hatte, in dem vergeblichen Be⸗ mühen, ihr Kind zu erreichen, das Gewölbe aufgeſchloſſen, doch hier hatte ihre Stärke ſie verlaſſen. Ihre Glieder waren ſittſam auf dem welken Graſe ausgeſtreckt; ihre Züge waren ruhig und zeigten im Tode die ſanften Spuren jener auffallenden Schönheit, welche ihre Jugend ausgezeichnet, aber auch verrathen hatte. Das Gold lag noch unberührt an der Stelle, wo es niedergefallen.
Die erſtaunten Städter, dieſen ſchreckenvollen Anblick meidend, eilten zu anderen Orten, um nach den Veränderungen und der Zerſtörung in ihrer geliebten Geburtsſtadt zu ſchauen. Aber ein Nach⸗ zügler der königlichen Armee, der des Plünderns halber zurückge⸗ blieben und bei der Unterredung der beiden Offiziere mit Abigail zugegen geweſen war, folgte ihnen kurz nachher. Er hob den Stein, ſenkte den Leichnam hinab und verſchloß das Grab; dann warf er den Schlüſſel weit weg, hob das vernachläßigte Gold auf und verſchwand.
Der Schiefer iſt längſt an der Mauer verwittert, der Raſen hat den Stein bedeckt, und nur noch Wenige find übrig, welche die Stelle bezeichnen können, wo die Familien der Lechmere und Lincoln gewohnt waren, ihre Todten zu beerdigen.
Sir Lionel und Polwarth ſchritten im tiefſten Stillſchweigen nach der langen Werfte, wo ein Boot ſie aufnahm. Sie wurden
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