4
nach der vielbewunderten Fregatte hingerudert, die zum Auslaufen bereit unter leichtem Segel dalag, um ihre Ankunft noch zu er⸗ warten. Auf dem Verdeck trafen ſie Agnes Danforth, die Augen ſanft in Thränen ſchwimmend, obgleich eine tiefe Röthe ihre Wangen bedeckte, als ſie den gezwungenen Abzug der Fremdlinge mit anſah, welche ſie nie geliebt hatte.
„Ich bin blos geblieben, Ihnen den Abſchiedskuß zu geben, Couſin Lionel,“ ſagte das freimüthige Mädchen, indem ſie ihn zärt⸗ lich begrüßte,„und nun laſſen Sie mich Ihnen Lebewohl ſagen, ohne die Wünſche zu wiederholen, die, wie Sie wiſſen, in meinen Gebeten für Sie laut werden.“
„So wollen Sie uns verlaſſen?“ ſagte der junge Baronet, der jetzt zum Erſtenmal ſeit langer Zeit wieder lächelte.„Sie wiſſen, daß dieſe Grauſamkeit—“
Er wurde durch ein lautes Huſten Polwarth's unterbrochen, der ſich näherte, und die Hand der Dame ergreifend, ſeinen Wunſch, ſie für immer zurückzuhalten, wenigſtens zum fünfzigſten Mal wiederholte. Sie horte ihn ſchweigend und anſcheinend mit vielem Reſpekt, obwohl ein Lächeln ſich über ihre Ernſthaftigkeit hinſtahl, noch ehe er geendet hatte. Sie dankte ihm ſodann mit geziemender Artigkeit und ſprach ein letztes, entſcheidendes Nein. Der Kapitän empfing ſeinen Korb wie ein Mann, dem ſchon öfter Aehnliches widerfahren, und lieh dem eigenſinnigen Mädchen höflich ſeinen Beiſtand, um ſie in das bereit ſtehende Boot zu heben. Hier wurde ſie von einem jungen Mann in der Uniform eines ameri⸗ kaniſchen Offiziers empfangen. Sir Lionel glaubte zu bemerken, wie die Röthe ihrer Wangen ſich noch erhöhte, als ihr Begleiter ihre Geſtalt ſorgfältig in einen Mantel hüllte, um ſie vor dem Einfluſſe der Seeluft zu ſchützen. Statt nach der Stadt zurückzu⸗ kehren, ſteuerte das Boot, das eine Flagge trug, geradeswegs nach dem von den Amerikanern beſetzten Ufer. Die nächſte Woche ver⸗ mählte ſich Agnes mit dieſem Herrn im Schooße ihrer eigenen


