Druckschrift 
Lionel Lincoln, oder die Belagerung von Boston / von J. F. Cooper. Nach der letzten, vom Verfasser durchges., verb. und mit Anmerkung versehenen Ausg. übertr. von Eduard Mauch
Entstehung
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Ja, ja, ſie kam zu ſpät! murmelte das innerlich betroffene Weib:Alles kommt zu ſpät! ſelbſt die Reue, fürcht' ich!

Sprecht nicht ſo, bemerkte Lionel:Ihr verſündigt Euch gegen die Verheißungen Deſſen, der nie falſch geſprochen hat.

Abigail warf einen furchtſamen verſtohlenen Blick auf ihn, der die geheime Angſt ihrer Seele ausdrückte, während ſie halb laut wiſperte:

Wer war Zeuge von dem Ende der Mrs. Lechmere? Schied ihr Geiſt in Frieden?.

Sir Lionel verharrte abermals in tiefem Stillſchweigen.

Ich dachte es; fuhr ſie fort,'s war keine Sünde, die auf dem Todtbette vergeſſen bleiben konnte! Uebles zu ſinnen und Gott laut anzurufen, daß er darauf ſchaue! Ach! und ein Gehirn zum Wahn⸗ ſinn zu treiben und eine Seele, wie ſeine, bis zur Nacktheit aus⸗ zuziehen! Geht, fuhr ſie fort und winkte ihnen mit Ernſt hinweg Ihr ſeyd jung und glücklich; warum ſolltet ihr noch in der Nähe des Grabes verweilen? Verlaßt mich, daß ich unter den Gräbern beten kann! Wenn noch etwas den bittern Augenblick zu verſüßen vermag, ſo iſt's das Gebet.

Lionel ließ den Schlüſſel, den er in der Hand hielt, zu ihren Füßen fallen und ſagte, ehe er ſie verließ:

Jene Gruft iſt geſchloſſen für immer, wenn ſie nicht noch einmal in künftiger Zeit auf Euer Verlangen geöffnet wird, um Euch an der Seite Eures Sohnes nieder zu legen. Die Kinder Derer, welche ſie bauten, ſind alle hier verſammelt, mit Ausnahme von zweien, welche nach der andern Halbkugel ziehen werden, um ihre Gebeine dort beerdigen zu laſſen. Nehmt ihn und möge der Himmel Euch vergeben, ſo wie ich vergebe.

Er ließ eine ſchwere Börſe neben dem Schlüſſel nieder⸗ fallen und ohne weiter ein Wurt zu reden, nahm er wieder Pol⸗ warth's Arm und beide verließen zuſammen den Ort.

Als ſie durch den Thorweg in die Straße einbogen, warf