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„Ich brauche Deine Mittheilung nicht,“ erwiederte ſein Hen⸗ ker,(denn dieſes ſchien er in der That zu ſeyn) ſchlang den Strick mehreremale um den Balken, zog ihn feſt genug an, um dem Schinder einige Bangigkeit zu veranlaſſen, und warf dann das Ende ſo weit von ſich, daß es Niemand zu erreichen vermochte.
„Ihr treibt den Scherz zu weit,“ rief der Schinder in dem Tone der Gegenvorſtellung, und ſtellte ſich auf die Zehen, in der vergeblichen Hoffnung, des Strickes los zu werden, wenn er den Kopf aus der Schlinge ziehe. Die Vorſicht und Erfahrung des Kühjungenoffiziers vereitelte jedoch ſein Entkommen.
„Was haſt Du mit dem Pferde angefangen, das Du mir ge⸗ ſtohlen haſt, Spitzbube?“ brummte der Kapitän, und ſtieß, waͤh⸗ rend er auf Antwort wartete, tüchtige Rauchwolken von ſich.
„Es brach bei der Flucht zuſammen,“ entgegnete raſch der Schinder,„aber ich kann Euch ſagen, wo eines zu finden iſt, das zwei ſolche, wie das Eurige, werth iſt.“
„Lügner! ich will mir ſchon ſelbſt eines kriegen, wenn ich's brauche. Du würdeſt beſſer thun, Gottes Beiſtand anzurufen, denn Deine Augenblicke ſind gezählt.“
Nach dieſem tröſtlichen Rathe gab er dem Faſſe einen kräfti⸗ gen Stoß mit dem Fuße, daß die mürben Dauben nach allen Rich⸗ tungen hinflogen und der Schinder in der Luft wirbelnd hängen blieb. Da jedoch ſeine Hände nicht gebunden waren, ſo fuhr er mit denſelben in die Höhe und hielt ſich mit großer Kraftanſtren⸗ gung in der Schwebe.
„Kommt, Kapitän,“ ſagte er einſchmeichelnd, und eine kleine Heiſerkeit überkam ſeine Stimme, während ſeine Knie zu ſchlot⸗ tern anfingen;„macht dem Scherz ein Ende; es iſt genug ge⸗ ſchehen zum Lachen, und meine Arme beginnen zu erſchlaffen— ich kann es nicht länger aushalten.“
„Höre, Musje Hauſirer,“ ſagte der Führer der Refugee's mit einer Stimme, die keinen Widerſpruch duldete,„ich bedarf Deiner Der Spion. 3. Aufl. 32


