„Glaubt man, daß wichtige Schritte geſchehen werden?“ fuhr Herr Wharton fort, der noch mit ſeiner Tochter beſchäftigt war, aber in Erwartung einer Antwort unwillkührlich ſeine Verrichtung unterbrach.
„Hat man irgend Andeutungen über ſolche?“
„O, nichts Beſonderes; aber es iſt ganz natürlich, daß man von einer ſo gewaltigen Macht, wie die unter Rochambeau iſt, irgend ein neues Unternehmen erwartet.“
Harper nickte zuſtimmend mit dem Kopfe, ohne etwas Weiteres auf dieſe Bemerkung zu entgegnen, indeß Herr Wharton, nachdem er ſeine Pfeife angezündet hatte, den Gegenſtand wieder aufnahm.
„Sie ſcheinen im Süden thätiger zu ſeyn. Es hat das An⸗ ſehen, als ob Gates und Cornwallis dem Kriege dort ein Ende machen wollten.“
Harper's Stirne runzelte ſich; ein tieferer Schatten von Schwer⸗ muth überflog ſein Antlitz, und in ſeinem Auge leuchtete der Strahl
eines vorübergehenden Feuers, welches die Tiefe ſeiner Gefühle
verrieth. Der Blick der jüngern Schweſter hatte aber kaum Zeit gehabt, dieſen Ausdruck verwundernd wahrzunehmen, als er auch ſchon wieder verſchwunden war, und der Faſſung, welche die Züge des Fremden auszeichnete, wie auch jener ausdrucksvollen Würde, welche augenſcheinlich die Herrſchaft des Geiſtes bezeichnet, wieder Raum gab.
Die ältere Schweſter rückte einigemale auf ihrem Stuhle hin und her, ehe ſie zu ſprechen wagte, und begann dann in einem Tone, der nicht wenig triumphirend klang:
„General Gates iſt mit dem Grafen weniger glücklich geweſen, als mit dem General Burgoyne.“
„Aber General Gates iſt ein Engländer, Sara,“ antwortete die jüngere Dame raſch; dann erröthete ſie bis zur Stirne über ihre eigene Kühnheit und durchwühlte haſtig ihr Arbeitskörbchen, in der ſtillen Hoffnung, ihre Bemerkung ſey unbeachtet geblieben. Der Reiſende hatte ſein Auge von einer Schweſter auf die


