„Laßt mich noch einmal Euch bitten, hier zu bleiben!“ rief Eliſabeth.„Geht nicht fort, Lederſtrumpf; bringt mich nicht in Sorge wegen des Mannes, der mir zweimal das Leben rettete und der denen, welche ich liebe, ſo treue Dienſte geleiſtet hat. Wenn Ihr's nicht um Euretwillen thun wollt, ſo bleibt wenigſtens um meinetwillen. Die ſchrecklichen Träume, welche noch immer meine Nächte beunruhigen, werden mir Euch zeigen, ſterbend in Kummer und Armuth, an der Seite der ſchrecklichen Thiere, die Ihr getödtet habt. Meine Einbildungskraft wird mir hinſichtlich Eures Schickſals alle Uebel, welche Krankheit, Mangel und Ein⸗ ſamkeit möglicher Weiſe begleiten können, heraufbeſchwören. Bleibt bei uns, alter Mann— wenn nicht um Eurer ſelbſt, ſo doch um unſeretwillen.“
„Solche Gedanken und ſo bittere Träume, Madame Effingham,“ erwiederte der Jäger feierlich,„werden eine unſchuldige Perſon nicht lange beunruhigen und mit Gottes Beiſtand bald verſchwin⸗ den. Kömmt Euch noch allenfalls ſo eine Pantherkatze im Schlaf vor Augen, ſo geſchieht es nicht wegen mir, ſondern deßhalb, um Sie auf die Macht zu verweiſen, die es mir möglich machte, Sie zu retten. Vertrauen Sie auf Gott, Madame, und auf Ihren braven Gatten, ſo können die Gedanken an einen alten Mann, wie ich bin, weder lange noch ſchmerzlich ſeyn. Ich will beten, daß der Herr Ihrer gedenke— der Herr, der ſowohl über den Lichtungen als über der Wildniß waltet— und Sie nebſt allem, was zu Ihnen gehört, ſegne, von nun an bis zu dem großen Tage, wo ſich weiße und rothe Häute vor ſeinem Richterſtuhle treffen, und wo das Geſetz der Gerechtigkeit, nicht das der Ge⸗ walt gilt.“
Eliſabeth erhob das Haupt und bot ihm ihre farbloſe Wange zum Kuſſe, die er auch, mit abgenommener Mitze, achtungsvoll berührte. Dann ergriff der Jüngling mit krampfhafter Gluth
ſeine Hand, ohne daß er zu ſprechen vermochte. Der Jäger zog
—
——
„


