winſelnd, denn ſie vermißten den Blick, mit dem der Häuptling ſtets ihre Begrüßungen hingenommen hatte.
Edwards entſchuldigte ſich haſtig und verwirrt gegen Eliſa⸗ beth, daß er ſie nicht an denſelben Ort, der jetzt vorne vollſtändig mit Holzpflöcken und Baumrinden geſchloſſen war, mitnehmen könne, indem er unverſtändlich etwas von deſſen Dunkelheit und von der Unannehmlichkeit, ſich mit einer Leiche in demſelben Raum zu be⸗ finden, ſprach. Miß Temple fand jedoch unter dem Felſenvorſprunge einen zureichenden Schutz gegen die Regengüſſe. Aber lange, ehe das Gewitter vorüber war, ließen ſich von unten Stimmen hören, welche laut nach Eliſabeth riefen, und bald erſchienen Männer, welche die hinſterbenden Funken des Gebüſches niederſchlugen, wäh⸗ rend ſie ſich vorſichtig durch die noch nicht ganz erlöſchten Brand⸗ ſtellen arbeiteten.
Sobald der Regen nachließ, führte Oliver Eliſabeth nach der Straße, wo er ſich von ihr trennte. Ehe ſie jedoch ſchieden, er⸗ faßte er die Gelegenheit, mit einer Wärme, welche ſich das Mäd⸗ chen jetzt recht wohl zu deuten wußte, zu ſprechen:
„Der Augenblick des Geheimniſſes iſt vorüber, Miß Temple. Morgen um dieſe Zeit werde ich einen Schleier entfernen, den ich ſo lange um mich und meine Angelegenheiten zu hüllen ſchwach genug war. Doch wer hat nicht in ſeiner Jugend, wenn ihm Lei⸗ denſchaften im Innern wühlen, ſeine romanhaften und thörichten Schwächen? Gott behüte Sie! Ich höre die Stimme Ihres Va⸗ ters; er kommt den Weg herauf und ich möchte jetzt nicht aufge⸗ halten werden. Gott ſey Dank, daß Sie gerettet ſind; dieſer Ge⸗ danke allein wälzt die Laſt einer Welt von meiner Seele.“
Er wartete nicht auf Antwort, ſondern enteilte in den Wald. Obgleich Eliſabeth die Stimmé ihres Vaters rufen hörte, ſo blieb ſie doch ſtehen, bis der junge Mann unter den rauchenden Bäumen verborgen war; dann wandte ſie ſich um, und im Nu lag ſie in den Armen ihres vor Angſt halb wahnſinnigen Erzeugers.


