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Die Ansiedler an den Quellen des Susquehanna : ein Zeitgemälde / von J. F. Cooper. Nach der letzten, vom Verfasser durchges., mit einem neuen Vorw. und mit Noten begleiteten Ausg. übertr. von C. Kolb
Entstehung
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„Hier ſind Zwei gegen Einen,“ ſagte der Richter mit einem Lächeln;„ausgeſtochen— überſtimmt, wie wir vor Gericht ſagen. Der Aggy da darf als Sclave nicht zeugen, und Beß iſt minder⸗ jährig— nun, ſo muß ich eben zum ſchlimmen Spiel eine gute Miene machen. Ihr verkauft mir aber doch das Wildpret? Ah, es müßte mit dem Henker hergehen, wenn ich nicht aus dem Tode dieſes Hirſches ein gutes Geſchichtchen drechſelte.“

„Ich habe hier nichts zu verkaufen,“ antwortete Lederſtrumpf, ein wenig von dem hohen Tone ſeines Begleiters annehmend; „denn ich für meinen Theil habe Thiere geſehen, die mit einem Hals⸗ ſchuß noch Tage lang ſprangen, und ich bin keiner von denen, welche irgend Jemanden das abſpannen möchten, was ihm rechtlich gebührt.“

„Ihr beharrt an dieſem kalten Abend ſehr zäh auf Eurem Rechte, Natty,“ entgegnete der Richter in unverwüſtlich heiterer Stimmung.„Aber was ſagt Ihr, junger Mann? Sind drei Dollar genug für den Bock?“

„Laßt uns zuerſt die Rechtsfrage zur gegenſeitigen Zufriedenheit abmachen,“ antwortete der Jüngling beſcheiden, aber mit Feſtigkeit und in einer Weiſe des Ausdrucks, welche weit über ſeine unſchein⸗ bare Außenſeite erhaben ſchien.„Mit wieviel Poſten hatten Sie ihr Gewehr geladen?“

„Mit fünfen, Sir,“ ſagte der Richter, durch das Benehmen des Andern etwas verblüfft.„Sind fünf nicht genug, um einen Bock wie dieſen zu erlegen?“

„Einer ſchon würde hinreichen; aber—“ er bewegte ſich nach dem Baume hin, hinter dem er hervorgetreten war—„Sie erinnern ſich, Sir, daß ſie nach dieſer Richtung abfeuerten. Hier ſtecken vier der Kugeln im Baume.“

Der Richter unterſuchte die friſchen Spuren in der Rinde der Tanne, ſchüttelte den Kopf und entgegnete mit Lachen:

„Ihr liefert den Beweis gegen Euch ſelber, mein junger Advokat. Wo iſt die fünfte?“