Athem holen konnte, obgleich hin und wieder auch ein Paar leb⸗ hafter, beerſchwarzer Augen hervorfunkelten.
Aber Vater und Tochter(denn in dieſer Verwandtſchaftsbeziehung ſtanden die beiden Reiſenden) waren zu ſehr mit ihren Betrachtungen beſchäftigt, um durch den Ton ihrer Stimme eine Stille zu unter⸗ brechen, welche durch das leichte Dahingleiten des Sleigh ſelten oder nie geſtört wurde. Der Erſtere dachte an das Weib, welches ſein Kind— das einzige— zum letzten Male an ihre Bruſt gedrückt hatte, als ſie vier Jahre früher mit widerſtrebendem Herzen ihre Zuſtimmung geben mußte, der Geſellſchaft ihrer Tocher zu ent⸗ ſagen, damit ſich dieſelbe jener Vortheile der Erziehung erfreuen möchte, welche zu der Zeit nur die Stadt Neu⸗York zu geben im Stande war. Wenige Monate nachher hatte ihn der Tod dieſer treuen Genoſſin ſeiner Einſamkeit beraubt. Er liebte jedoch ſein Kind zu aufrichtig, um ſie nach der verhältnißmäßigen Wild⸗ niß, wo er wohnte, zurückzuholen, ehe die Zeit, welche zu ihrer völligen Ausbildung für nöthig erachtet wurde, abgelaufen war. Die Gedanken der Tochter waren weniger düſter, da der Wechſel und die immer neuen Reize der Landſchaft, die ſich bei jeder Wendung der Straße vor ihr aufthaten, ihren Empfindungen ein frohes Staunen beimiſchten.
Der Berg, auf den ſie eben hinfuhren, war mit ungeheuren Rothtannen bedeckt, die erſt in einer Höhe von ſiebenzig bis achtzig Fuß ihre Zweige ausbreiteten, und bis zum Wipfel oft das Dop⸗ pelte dieſer Höhe maßen. Das Auge konnte ſich daher durch die zahlloſen Oeffnungen einer weiten Ausſicht erfreuen, wenn dieſe nicht durch ein fernes Hügelland oder durch einen Berggipfel jen⸗ ſeits des Thales, welchem ſie zueilten, begränzt wurde. Die dun⸗ keln Baumſtäͤmme erhoben ſich aus dem weißen Schneegrunde wie regelmäßig gebaute Säulenſchäfte, bis hoch oben die Zweige mit ihren immergrünen Nadeln eine Decke formten, die einen ſchwer⸗ müthigen Contraſt zu der erſtarrten Erde bildete. Die Reiſenden


