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Der Pfadfinder oder das Binnenmeer / von J. F. Cooper. Aus dem Engl. von C. Kolb
Entstehung
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Dreißigſtes Kapitel.

O laß mich athmen bloß die Lüfte,

Die deinen holden Mund umſchweben So ſüß mir, wie der Roſe Düfte.

Ob Tod ſie bringen oder Leben.

Moore.

Pfadfinder war an die Einſamkeit gewöhnt; aber als der Sceud völlig verſchwunden war, umdüſterte das Gefühl des Alleinſeyns ſeine Seele. Nie vorher war er ſich ſeiner vereinzelten Stellung in der Welt bewußt geworden; denn erſt jetzt hatten ſich ſeine Ge⸗ fühle allmählig in die Annehmlichkeiten und Bedürfniſſe des geſel⸗ ligen Lebens, beſonders wenn dieſe mit häuslichen Freuden in Ver⸗ bindung ſtanden, gefügt. Nun aber war alles, ſo zu ſagen in einem Nu, verſchwunden, und er blieb ohne Gefährten und ohne Hoffnung zurück. Selbſt Chingachgook hatte ihn, freilich nur für eine Weile, verlaſſen, und ſo fehlte des Freundes Nähe gerade in einem Augen⸗ blick, welchen wir den entſcheidendſten in dem Leben unſeres Helden

nennen könnten.

Pfadſinder ſtand noch in der zu Ende des vorigen Kapitels beſchriebenen Stellung, als der Scud ſchon längſt verſchwunden war. Seine Glieder ſchienen erſtarrt, und nur ein Mann, der gewöhnt war, ſeine Muskeln den härteſten Uebungen zu unterwerfen, ver⸗ mochte ſo lange in einem derartigen, marmorgleichen Zuſtande zu verharren. Endlich verließ er den Ort; doch ehe er ſeinen Körper bewegte, ſtieß er einen Seufzer aus, welcher ſich aus den tiefſten Tiefen ſeiner Bruſt zu heben ſchien. d

Es war eine Eigenthümlichkeit dieſes außerordentlichen Mannes, daß ihm ſeine Sinne und ſeine Glieder nie ihre Dienſte verſagten, mochte der Geiſt auch noch ſo ſehr von anderweitigen Intereſſen befangen ſeyn. Auch bei der gegenwärtigen Gelegenheit blieben ihm dieſe wichtigen Hilfsmittel treu, und obgleich ſich ſeine Gedanken