— ◻8— Q
könne es unmöglich wahr ſeyn, ſonſt würde ich mich frei und offen
darüber ausſprechen. In dieſer Beziehung, Mabel, wären alſo unſere beiderſeitigen Verhältniſſe die gleichen. Was mich anbelangt, ſo ſteht es mir als dem älteſten zuerſt zu, das Bischen, was zu meinen Gunſten ſpricht, ebenſo gut als das Gegentheil vorzubrin⸗ gen. An der ganzen Gränze, glaube ich, gibt es keinen, welcher mich als Jäger übertrifft. Wenn alſo Wildpret und Bärenfleiſch, oder ſelbſt Vögel und Fiſche in unſerer Hütte ſelten ſeyn ſollten, ſo müßte die Schuld davon wahrſcheinlich eher der Natur und der Vorſehung zugeſchrieben werden, als mir. Kurz, es kömmt mir vor, daß das Weib, welches mir folgt, ſich nie über Mangel an Nahrung zu bellagen haben wird. Aber ich bin ſchrecklich unwiſſend! Es iſt zwar wahr, ich ſpreche mehrere Sprachen, wie ſie eben ſind, aber ich bin weit entfernt, auch nur in meiner eigenen gründlich bewandert zu ſeyn. Dann bin ich älter als Sie, Mabel, und der Umſtand, daß ich ſo lange der Kamerad Ihres Vaters geweſen, mag gerade kein großes Verdienſt in Ihren Augen ſeyn. Auch wollte ich, ich wäre hübſcher: aber wir ſind eben, wie uns die Natur gemacht hat, und, beſondere Anläſſe ausgenommen, ſollte ſich der Menſch am allerletzten über ſein Ausſehen beklagen. Wenn ich nun Alles, Alter, Ausſehen, Kenntniſſe und Gewohnheiten in Be⸗ tracht ziehe, Mabel, ſo ſagt mir mein Gewiſſen, daß ich durchaus nicht für Sie paſſe, wenn ich nicht etwa gar Ihrer ganz unwürdig bin, und ich würde zur Stunde meine Hoffnung ſchwinden laſſen, wenn nicht etwas in meinem Herzen klopfte, was ſich ſchwer los⸗ werden läßt!“
„Pfadfinder! edler, großmüthiger Pfadfinder!“ rief unſere Heldin, indem ſie ſeine Hand faßte und mit einer Art heiliger Verehrung küßte:„Ihr thut Euch ſelbſt Unrecht— Ihr vergeßt meines armen Vaters und Eures Verſprechens— Ihr kennt mich nicht!“
„Nun— da iſt Jasper,“ fuhr der Wegweiſer fort, ohne ſich durch die Liebkoſungen des Mädchens von ſeinem Vorſatze abbringen


