Teil eines Werkes 
4.-6. Bdchn (1834)
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thun ſollten. Der Kundſchafter nahm abermals das Wort und ſagte:

Meine jungen Weiber haben genug gethan. Der Geiſt eines bleichen Geſichts bedarf weder der Kleidung, noch der Nahrung; denn er iſt mit Allem verſehen, was er im Himmel der Weißen braucht. Aber da ſeh' ich, fügte er hinzu, einen Blick auf David heftend, der eben ſein Buch aufgeſchlagen hatte, um einen heiligen Geſang anzuſtimmen,daß Jemand zugegen iſt, der die chriſtli⸗ chen Gebräuche beſſer kennt, als ich. Er ſcheint eben ſprechen zu wollen.

Die Mädchen traten beſcheiden auf die Seite, und während ſie bisher die Hauptrollen in dieſem Schauſpiel geſpielt, zeigten ſie ſich jetzt als ruhige und aufmerkſame Zuſchauerinnen. Während David ſeine frommen Ge⸗ fühle ausſtrömen ließ, verriethen ſie weder durch Blicke, noch durch Bewegungen Ungeduld oder Verwunderung; ſie höͤrten vielmehr dem Geſange ſo andächtig zu, als hätten ſie den Inhalt deſſelben vollkommen verſtanden; den Schmerz, die Hoffnung und Ergebung, die er ein⸗ flößen ſollte, ſchienen ſie wirklich mitzufühlen.

Aufgeregt durch die Scene, der er ſo eben beige⸗ wohnt, vielleicht auch von innerer Rührung durchdrun⸗ gen, übertraf der Sänger dies Mal alle ſeine gewöhnli⸗ chen Leiſtungen. Selbſt durch den Vergleich mit den ſanften Tonen der Mädchen ſchien ſeine Stimme nichts zu verlieren, und ſeine geregelten Melodieen hatten we⸗ nigſtens in den Ohren derjenigen, an die ſie zunächſt gerichtet waren, noch den Vorzug einer größern Ver⸗ ſtandlichkeit. Mit ernſter, feierlicher Stimme, wie er ihn begonnen hatte, beſchloß David ſeinen heiligen Geſang.