Teil eines Werkes 
4.-6. Bdchn (1834)
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Als aber der letzte Ton deſſelben in den Ohren ſei⸗ ner Zuhörer verklungen war, ſah man an den unruhi⸗ gen, ängſtlichen Blicken der Menge und an der allge⸗ meinen Bewegung, welche ſie mühſam unterdrückte, daß man von dem Vater der Verſtorbenen einige Außerun⸗ gen erwarte. Munro ſchien zu fühlen, daß der Augen⸗ blick da ſey, wo ihm eine Anſtrengung bevorſtand, die vielleicht die größte war, deren die menſchliche Natur fähig iſt. Er entblöſ'te ſeine grauen Locken, und betrach⸗ tete die ſchüchterne und ruhige Menge, die ihn umgab, mit feſtem Blick und ruhiger Faſſung. Hierauf winkte er dem Kundſchafter und ſprach:

Sagt dieſen guten Maͤdchen, ein ſchwacher, hinfäl⸗ liger Greis, deſſen Herz gebrochen ſey, danke ihnen für ihre bewieſene Güte und Liebe. Belohnen werde ſie da⸗ für das hohe Weſen, das wir alle, wenn gleich unter verſchiedenen Namen, anbeten. Die Zeit ſey nicht mehr fern, wo wir alle, ohne Unterſchied des Geſchlechts, des Standes oder der Farbe, uns um ſeinen Thron verſam⸗ meln würden.

Der Kundſchafter horchte aufmerkſam dem Greiſe zu, der dieſe Worte mit zitternder Stimme ſprach, und als Munro geendet, ſchüttelte Hawk⸗eye den Kopf und äußerte: er zweifle an dem guten Erfolg einer ſolchen Rede.

Ihnen ſo was zu ſagen, verſetzte er,heiße ge⸗ rade ſo viel, als wenn ich ihnen ſagen wollte, der Schnee käme nicht im Winter, und die Sonne ſcheine nie wär⸗ mer, als wenn die Blätter von den Bäumen gefallen ſind. Er wandte ſich hierauf zu den Nädchen, ihnen Mun⸗