— 322—
Wohlfahrt keine Beſorgniß zu hegen. Ein Jäger, ſagten ſie, würde ihr Gefährte ſeyn und für ihre kleinſten Bedürfniſſe Sorge tragen; zugleich würde ihr ein Krie⸗ ger zur Seite ſtehn, ſie in jeglicher Gefahr beſchützend. Sie gaben ihr das Verſprechen, ihr Pfad werde anmu⸗ thig, und ihre Bürde leicht ſeyn. Sie baten ſie, ſich nicht fruchtloſem Kummer zu überlaſſen, daß ſie von ihren Jugendfreundinnen geſchieden ſey und von den Gegenden, wo ihre Väter gewohnt hätten. Die ſeligen Gefilde der Lenapes, verſicherten ſie, hätten eben ſo liebliche Thäler, ſo klare Ströme und ſo ſüßduftende Blumen, als der Himmel der bleichen Geſichter. Sie befahlen ihr, ſorg⸗ fältig zu achten auf alle Bedürfniſſe ihres Gefahrten, und nie den Unterſchied zu vergeſſen, den Manitto ſo weis⸗ lich zwiſchen ihnen beſtimmt habe.
Ihr Geſang erhob ſich jetzt in ſtärkern Tönen, und mit vereinter Stimme prieſen ſie die Gemüthsart des Mohikaners. Sie ſchilderten ihn als männlich, edel und großmüthig; alles, wie es einem Krieger zieme und wie es ein Mädchen liebe. Ihre Gedanken in die zar⸗ teſten und ausgeſuchteſten Bilder hüllend, gaben ſie zu verſtehn, daß, ſo kurz auch die Zeit ſeines Weilens auf der Erde geweſen ſey, ihre feine Beobachtungsgabe ihnen doch ſeine wahre Geſinnung und Herzensneigung entdeckt hätte: die Delawarer Mädchen hatten keine Gnade vor ſeinen Augen gefunden. Er ſtammte aus einem Ge⸗ ſchlecht, das einſt an dem Ufer des Salzſee's geherrſcht hatte, und durch eigene Neigung war er zu dem Volke zurückgeführt worden, das bei den Gräbern ſeiner Väter wohnte., Warum hüätte eine ſolche Vorliebe nicht be⸗


