Teil eines Werkes 
4.-6. Bdchn (1834)
Einzelbild herunterladen

319

dem er ſich auf die Schultern ſeiner Begleiter ſtützte, hob er ſich ſo matt und erſchöpft empor, als habe ſich ſeit dem Augenblick, wo er zu ſeinem Volke geſprochen, und dem, in welchem er jetzt auf ſeinem erhöhten Platze ſchwankte, noch ein Jahrhundert mehr auf ſein Haupt gewälzt. Männer der Lenapes! ſagte er mit hohler, pro⸗ phetiſcher Stimme,Manitto's Antlitz hat ſich hinter einer Wolke verborgen, ſeine Augen haben ſich von euch abgewandt, ſeine Ohren ſind verſchloſſen, ſein Mund gibt euch keine Antwort. Ihr ſeht ihn nicht, doch ſein Gericht trifft euch. Offnet eure Herzen und bewahret euren Geiſt vor der Lüge. Männer der Lenapes, Ma⸗ nitto's Antlitz hat ſich hinter einer Wolke verborgen! Auf dieſe einfache und doch ſo furchtbare Anrede erfolgte ein tiefes und ſchauerliches Schweigen von Sei⸗ ten der verſammelten Menge. Es ſchien, als habe der große Geiſt, den ſie anbeteten, ſelbſt und ohne ſich menſch⸗ licher Organe zu bedienen, dieſe Worte geſprochen. Je⸗ der ſtand ſo ſtarr und unbeweglich da, daß ſelbſt der lebloſe Unkas ein lebendiges Weſen zu ſeyn ſchien, wenn man ihn mit der Menge verglich, die, von Demuth und Ehrfurcht erfüllt, ihr Auge zu Boden ſenkte. Allmählich erhob ſich indeſſen ein Gemurmel mehrerer Stimmen, das ſich in eine Art von Trauergeſang zu Ehren der Todten verwandelte. Es waren weibliche Stimmen, de⸗ ren Töne ſanft und klagend die Luft durchbebten; doch waren die Worte nicht durch einen regelmäßigen Zuſam⸗ menhang verbunden. Wenn die eine Stimme aufhörte, fuhr die andere in dem Lobgeſange oder Klageliede, wie