kraft konnte ſich kaum ein Gemälde größerer Einſamkeit und Ode denken.
„Signori,“ ſagte Maſo, ſeine Mitze ehrfurchtsvoll abnehmend und mit Ruhe ſprechend,„die Verwirrung der Natur gleicht meinem Charakter. Hier iſt alles zer⸗ ſchleißt, öde, wild; aber Geduld, Menſchenliebe und Edelmuth konnten ſelbſt dieſe Felſenhöhen zu einer Woh⸗ nung für die umgeſtalten, welche für das Wohl anderer leben. Es iſt niemand ſo werthlos, der nicht zu irgend etwas zu brauchen wäre. Wir ſind Bilder der Erde,
unſerer Mutter; nutzlos, wild und wüſte, oder die Mühe
vergeltend, die man an uns wendet, je nachdem man uns wie Menſchen behandelt oder wie wilde Thiere ver⸗ folgt. Wenn die Großen, die Mächtigen, die Geehrten, Freunde und Rathgeber der Schwachen und Unwiſſenden würden, ſtatt die Wachhunde zu bleiben, welche alle die anknurren und nach denen beißen, welche in ihre Vor⸗ rechte einzubrechen drohen und das Wolf⸗Geſchrei jedes⸗ mal hören laſſen, wenn ein ſchüchternes Lämmchen blöckt, ſo würden Gottes ſchönſte Werke nicht ſo oft entſtellt werden; ich habe als Geächteter gelebt und werde wahrſcheinlich als ſolcher ſterben; aber das bitterſte Weh, das ich je fühlte, hat der Hohn mir bereitet, welcher meine Natur der Ver⸗ derbniß anklagt, die doch lediglich die Frucht eurer Un⸗ gerechtigkeit iſt. Dieſer Stein“— er ſtieß mit dem Fuß ein Felsſtückchen vom Weg in die Schlucht hinab—„iſt eben ſo ſehr Herr ſeiner Bewegung, nachdem mein Fuß ihn in Bewegung geſetzt, wie der arme Unerfahrne, der verachtet, hülflos, verdächtig und verdammt, noch ehe er geſündigt hat, in die Welt geſchleudert wird, über


