den Sohn des Dogen von Genua in einer ſo zweifelhaf⸗ ten Lage vor ſie gebracht hatten. Die guten Auguſtiner halfen den Reiſenden, welche auf der andern Seite des Paſſes niederſtiegen, in ihre Sättel und entledigten ſich der letzten Pflicht der Gaſtfreundſchaft, indem ſie mit Wünſchen ihrer glücklichen Ankunft zu Aoſta ihnen das Geleite gaben..
Der Weg über den Col iſt bereits beſchrieben wor⸗ den. Er windet ſich dem Rand des kleinen See's ent⸗ lang und geht einige hundert Schritte vom Kloſter an der Stelle vorüber, wo der alte Tempel des Jupiters ſtand. Jenſeits des nördlichen Endes des kleinen Bek⸗ kens, wo er die Grenzen von Piemont durchſchneidet, bricht er durch die rauhe Felswand, windet ſich eine kurze Strecke„en corniche“ um den Saum einer furcht⸗ baren Schlucht und ſtürzt dann plötzlich in die Ebenen Italiens hinab.
Da man keine unnöthigen Zeugen bei Maſo's ver⸗ ſprochenen Mittheilungen zu haben wünſchte, waren Pippo und Konrad angewieſen worden, den Berg vor dem übri⸗ gen Theil der Geſellſchaft zu verlaſſen und die Maul⸗ thiertreiber mußten ein wenig zurückbleiben. Wo der Weg den See verläßt, ſtiegen alle ab, um die erſte jähe Senkung vom Col aus zu Fuß niederzuſteigen, wobei Pierre den Thieren voranſchritt. Als man an die Stelle kam, wo das Kloſter zum letzten Male ſichtbar iſt, blieb Maſo ſtehen und wandte ſich, um das ehrwürdige und wetterzerſchlagene Gebäude nochmals anzuſchauen.
„Du zögerſt?“ bemerkte der Freiherr von Willa⸗ ding, der fürchtete, er wolle entfliehen.


