Teil eines Werkes 
2. Th. (1833)
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nicht minder als ihre Gefühle ſie zwängen, ihr Leben ehelos hinzubringen. Wir wollen nicht behaupten, das Mäd⸗ chen habe auf ſo erhabene Vorderſätze, wie die des gu⸗ ten Mönchs waren, gefußt, denn ihrem Entſchluſſe lagen die warmen Triebe des Herzens zum Grunde; allein auch ſie hatte die achtenswerthe Stütze der Vernunft auf ihrer Seite. Der Freiherr hegte den natürlichen Wunſch, ſein Daſeyn in dem ſeiner Nachkommen fortgepflanzt zu ſehen. Beunruhigt durch eine Erklärung, welche ſeinem Geſchlechte die Vernichtung drohte, und zu gleicher Zeit mehr als gewöhnlich unter dem Einfluſſe ſeines beſſern Gefühls, verſprach er, ſich der Verbindung nicht länger zu widerſetzen, ſobald Balthaſar den Verdacht des Mor⸗ des von ſich abwenden könne. Wir würden den Leſern eine allzu günſtige Meinung von Herrn von Willading beibringen, wenn wir ſagten, er habe das Verſprechen nicht bald, nachdem er es gegeben, bereut. Er war in einem Gemüthszuſtande, welcher den Wetterfahnen ſei⸗ ner Thürme glich, die mit jedem neuen Luftzug ihre Richtung änderten, aber er hatte zu viel Ehrgefühl, um ernſtlich daran zu denken, ein Wort zu brechen, das er einmal gegeben hatte. Er hatte Augenblicke, in welchen er unangenehme Zweifel hegte, ob er klug und recht ge⸗ than habe, ein ſolches Verſprechen zu geben; allein dies war nur eine Art Schmerz, wie er bekanntlich jedes unvermeidliche Übel begleitet. Wenn er ja Hoffnung hatte, ſich ſeines gegebenen Wortes entbunden zu ſehen, ſo gründete ſie ſich auf gewiſſe unbeſtimmte Eindrücke, daß Balthaſar ſchuldig befunden würde, obgleich die wi⸗ derholten und ernſten Betheuerungen Sigismunds zu