Teil eines Werkes 
2. Th. (1833)
Einzelbild herunterladen

Das Entweichen einiger geſetzloſer Troßbuben aus ihrem Gewahrſam war kein Ereigniß, das die Aufmerk⸗ ſamkeit der Neugierigen lange von den Unterhaltungen des Tages abziehen konnte, vorzüglich als man hörte, daß ihre Haft ohnehin mit der untergehenden Sonne geendigt haben würde. Als aber der Vorfall Herrn Peter Hof⸗ meiſter berichtet wurde, ſtieß der zürnende Landvogt fünf⸗ zig ſchwere Flüche über die Unverſchämtheit der Schur⸗ ken, über die Sorgloſigkeit der Wachehabenden und zu Ehren der guten Sache der Gerechtigkeit im Allgemeinen aus. Nach dieſem wurde augenblicklich befohlen, die Ent⸗ laufenen ſollten eingefangen werden. Als dieſer weſent⸗ liche Theil der Sache abgethan war, ordnete er ferner an, ſie ſollten ſofort vor ihn geführt werden, ſelbſt wenn er in die ernſteſten der Feierlichkeiten des Tages vertieft ware. Wenn Peter im Zorne ſprach, war es nicht mög⸗ lich, daß man ſeine Stimme überhörte und der Befehl

war kaum aus ſeinem Munde, als ſich auch ſchon ein Dutzend waadtländiſche Diebsfanger in vollem Ernſt und mit der beſtmöglichen Abſicht, ihren Zweck zu erreichen, an das Werk begaben. Mittlerweile gingen die Spiele ihren Gang und mit dem fortrückenden Tag und der herannahenden Stunde, die für das Feſtmahl feſtgeſetzt war, ſammelte ſich das gute Volk abermals auf dem großen Platze, um die Endſcenen mit anzuſehen und bei der Einſegnung des Hochzeitpaares gegenwärtig zu ſeyn, welcher Segen, als die letzte und wichtigſte Ceremonie dieſes begebnißreichen Tages, über Jacques Colis und Chriſtine von dem wirklichen Diener des Altars ausge⸗ ſprochen werden ſollte. f 3