Teil eines Werkes 
2. Th. (1833)
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haben, nun leicht denken werden; auch iſt es nicht nöthig, die verſchiedenen witzigen Einfälle mitzutheilen, welche die Begeiſterung der heißen Weine Vevay's und die all⸗ gemeine Erregung der Gruppe entlockte, welche die Fen⸗ ſter des Gefangniſſes beſetzt hatte. Wer je Zeuge nie⸗ drigen Humors war, welchen Getränke eher ſchwächen als beleben, wird deſſen Charakter kennen, und wer der⸗ gleichen noch nicht gehört hat, wird durch dieſes über⸗ gehen kaum etwas verlieren.

Endlich ſah man den Schluß der verſchiedenen, der heidniſchen Mythologie entlehnten Allegorien und der Hochzeitszug erſchien auf dem Platze. Die ſanfte und holde Chriſtine war an dieſem Tage nirgends geſehen worden, ohne durch ihre Jugend, Schönheit und unver⸗ kennbare Unſchuld die allgemeine Theilnahme zu erregen. Das Murmeln des Beifalls begleitete ihre Schritte und das Madchen, das ſich an ſeine Lage mehr gewöhnte, begann wahrſcheinlich zum erſten Mal, ſeit ſie mit dem Geheimniß ihrer Abkunft bekannt geworden, etwas zu fühlen, das jener Sicherheit glich, welche eine unent⸗ behrliche Begleiterin des Glückes iſt. Lange daran ge⸗ wöhnt, in ſich nur eine von der öffentlichen Meinung Geächtete zu ſehen, und in der, den Abſichten ihrer El⸗ tern angemeſſenen Zurückgezogenheit erzogen, konnten die Lobeserhebungen, welche ihr Ohr erreichten, ihr nur an⸗ genehm ſeyn und ſie ſtrömten ihr warm und erhebend zum Herzen, obgleich das Gefühl der Beſorgniß und der Unbehaglichkeit ſo lange darin gewohnt hatte. Den gan⸗ zen Tag hindurch bis zu dieſem Augenblicke hatte ſie es kaum gewagt, ihre Blicke auf ihren Pnſtigen Gatten zu

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