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uns für das halten zu laſſen, was wir zu ſcheinen wün⸗ ſchen— denn das erſte iſt ohne Frage die Kunſt, uns ſelbſt zu täuſchen. Jetzt hat ſich jeder nur einzubilden, er ſey die Perſon, die ich oben genannt habe, und der ſchwerſte Theil des Werkes iſt vollbracht.“
„Du haſt vergeſſen, deinen eigenen Charakter anzu⸗ geben,“ rief Pippo, der zu ſehr an Poſſenreißerei ge⸗ wöhnt war, um nicht Freude an Maſo's Einfall zu ha⸗ ben, und der mit Neapolitaniſchem Leichtſinn ſeinen Zorn in dem Augenblick vergaß, wo er ihm Luft gemacht hatte.
„Ich werde das weiſe Publikum darſtellen und da ich ganz in der Stimmung bin, mich zum Beſten haben zu laſſen, ſo iſt der Scherz vollkommen. Alle Händel bei Seite, ihr Herrn, und ihr werdet ſehen, mit welchen offenen Augen und aufgeſperrter Gurgel ich bereit bin, alle eure Philoſophie zu bewundern und zu verſchlingen.“
Dieſem Scherz folgte ein herzliches Gelächter, wel⸗ ches ſelten verfehlt, ein augenblickliches freundliches Ver⸗ hältniß herzuſtellen. Die Waadtländer, welche die durſti⸗ gen Neigungen von Gebirgsbewohnern hatten, beſtellten Wein und ihre Wächter, die ihre Einkerkerung mehr als eine zeitliche Sicherheitsmasregel, denn als etwas Bedeutſames anſahen, willfahrten dem Wunſche. Nach kurzer Zeit machte dieſe kleine Gruppe von Weltkindern aus der Noth eine Tugend, und riefen phyſiſche Reiz⸗ mittel zu Hülfe, um ihre Einſamkeit zu erheitern. Wäh⸗ rend ſie mit dem Getränke, das gut und wohlfeil und folglich doppelt angenehm war, ihre Kehlen wuſchen, be⸗ gann der wahre Charakter der verſchiedenen Perſonen ſich in grelleren Farbenzügen auszuprägen.
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