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zu gering anzuſchlagen, ſo iſt auch das überſchätzen unſrer ſelbſt nicht ohne Gefahr, obgleich ich den Unterſchied voll⸗ kommen begreife, den du zwiſchen gemeiner Eitelkeit und jener Selbſtachtung machſt, welche gewiß für den nicht ganz unentbehrlich iſt, der glücklich werden will. Ein Weſen aber, wie du deine Schweſter geſchildert haſt, wird ihre Liebe kaum jemand zuwenden, den ſie derſel⸗ ben nicht vollkommen würdig hält.⸗
„Adelheid, du, die den Haß der Welt nie gefühlt hat, du begreifſt nicht, wie lockend Achtung und Verehrung für den werden können, der unter der Wucht des erſtern ſich abhärmt. Meine Schweſter hat ſich ſo lange ge⸗ wöhnt, ihre Hoffnungen gering anzuſchlagen, daß der
Schein von Großmuth und Gerechtigkeit bei dieſem jun⸗
gen Manne allein ſchon hingereicht hätte, ihre Gefühle zu ſeinen Gunſten zu ſtimmen. Ich kann nicht ſagen, ich glaube— denn Chriſtine wird bald ſein Weib ſeyn — ich will ſagen, ich fürchte, die einfache Thatſache, daß er ein Weſen gewählt hat, das die Welt verfolgt, hat ihm einen Werth in ihren Augen gegeben, den er ſonſt nicht beſeſſen hätte.⸗
„Du ſcheinſt die Wahl deiner Schweſter nicht zu billigen?⸗
„Ich kenne die Einzelnheiten des widrigen Handels beſſer als Chriſtine,“ antwortete der junge Mann, zwi⸗ ſchen ſeinen Zähnen ſprechend, wie jemand, der eine bittere Erregung zurückdrängt.—„Ich war mit den gie⸗ rigen Forderungen auf der einen, und mit den demüthi⸗ genden Zugeſtändniſſen auf der andern Seite bekannt. Nicht einmal Geld konnte Balthaſars Kinde dieſe Gnad'
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