Teil eines Werkes 
1. Th. (1833)
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viel glücklicher als ich, ein Vorzug, den ſie ohne Zweifel ihrer einfachen Lebensweiſe und dem vertrautern Um⸗ gang mit zärtlichen Freundinnen verdankt. Ich bin der Sohn eines Scharfrichters; dieſe bittere Wahrheit iſt meinen Gedanken ſtets gegenwärtig, wenn ſie ſich in die Heimath und zu jenen Scenen wenden, an welchen ich mich ſo gern erfreute. Balthaſar mag es gut gemeint haben, als er mich in Sitten, ſo verſchieden von den ſeinigen, erziehen ließ; aber um das gute Werk zu vollen⸗ den, durfte der Schleier nie weggezogen werden.

Adelheid ſchwieg. Obgleich ſie die Gefühle verſtand, welche einen Mann beherrſchten, der ſo verſchieden von denen, welchen er entſtammte, erzogen war, ſo war doch ihre Denkweiſe dem Nachhangen ſolcher Betrachtungen entgegen, welche die Ehrerbietung des Kindes gegen ſei⸗ nen Vater untergraben konnten.

Wer ein Herz hat, wie das deinige, Sigismund, kann ſeine Mutter nicht haſſen! ſagte ſie nach einer Pauſe.

Darin läßt du mir nur Gerechtigkeit widerfahren; meine Worte haben meine Gedanken ſchlecht ausgedrückt, wenn ſie einen ſolchen Eindruck hinterließen. In beſon⸗ neren Augenblicken habe ich meine Geburt ſtets nur als ein Unglück angeſehen, und meine Erziehung halte ich für einen Grund mehr, meine Eltern zu ehren und dank⸗ bar gegen ſie zu ſeyn, obhgleich ſie mich in einem gewiſſen Grade unfähig gemacht hat, mit Innigkeit in ihre Ge⸗ fühle einzugehen. Chriſtine ſelbſt iſt nicht treuer, liebt nicht hingebender, als meine arme Mutter. Man muß dieſes vortreffliche Weib ſehen und kennen, Adelheid, um