Teil eines Werkes 
1. Th. (1833)
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aus dem väterlichen Hauſe wegnehmen. Sie wurde frem⸗ den Händen anvertraut und das Geheimniß ſo ſtreng beachtet, daß ſie lange, vielleicht zu lange, in Unwiſſen⸗ heit über die Familie war, von welcher ſie ſtammte. Als ein verzeihlicher Stolz meine Mutter veranlaßte, ihrer Tochter Geſellſchaft zu ſuchen, war Chriſtinens Geiſt gewiſſermaßen gebildet und ſie mußte die Demüthigung erdulden, zu erfahren, daß ſie zu einer geächteten Fa⸗ milie gehöre. Ihr milder Geiſt verſöhnte ſie jedoch bald mit der Wahrheit, wenigſtens ſo weit menſchliche Beob⸗ achtung dringen konnte, und nach dem erſten Augenblicke eines furchtbaren Kampfes hörte ſie niemand gegen den ſtrengen Rathſchluß der Vorſehung murren. Die Erge⸗ bung dieſes ſanften Mädchens war ſtets ein Vorwurf gegen meinen eigenen ſtürmiſchen Charakter, denn, Adel⸗ heid, ich kann dir die Wahrheit nicht verhehlen ich habe in dem Wahnſinn bei dieſem Verſchwinden aller meiner Hoffnungen Alles verwünſcht, was ich nur in meine gottloſen Verwünſchungen einzuſchließen keck ge⸗ nug war! Ja, ich habe ſelbſt meinen Vater der Ungerech⸗ tigkeit angeklagt, daß er mich nicht an der Seite des Richtſtuhls auferzog, damit ich einen wilden Stolz in dem empfände, was jetzt der Fluch meines Daſeyns iſt. Nicht ſo bei Chriſtine. Sie hat ſtets die Liebe unſerer Eltern mit Wärme erwidert, wie eine Tochter die Ur⸗ heber ihres Lebens lieben ſoll, während ich da Un⸗ willen empfand, wo ich hätte lieben ſollen. Unſere Ab⸗ ſtammung iſt ein Fluch, den die grauſamen Geſetze des Landes über uns verhängen, und darf niemanden, am wenigſten einem der jetzt lebenden, als Vergehen heim⸗ 22*