Zahlreich waren die Vermuthungen der Vevayer rückſichtlich des Paares, welches gewählt worden, dieſe ernſten und wichtigen Rollen zu ſpielen, die, was die Treue der Darſtellung betrifft, ſelbſt den Silen noch über⸗ treffen ſollten; allein der Vorſtand der Abtei hatte ſo große Sorgfalt angewendet, die Namen der Erwählten geheim zu halten, daß das Publikum bis auf dieſen Augenblick, wo Verheimlichung nicht mehr möglich war, hinſichtlich dieſes intereſſanten Punktes noch in vpölligem Dunkel ſchwebte. Es war ſo gewöhnlich, daß Ehen dieſer Art bei Gelegenheit öffentlicher Feſte abgeſchloſſen wur⸗ den, und Convenienzheirathen, wie man ſie nicht unpaſ⸗ ſend benannt hat, ſind in ſo völliger Übereinſtimmung mit den Sitten aller europaiſchen Völker— vielleicht dürfen wir ſagen, aller alten Völker— daß es gegen die öffentliche Meinung nicht ſehr angeſtoßen haben würde, wenn man auch gewußt häatte, daß das erwählte Paar ſich bei dieſem Aufzuge zum zweiten oder dritten Male ſah und im Begriff war, das Ehegelöbniß ſo zu ſagen beim Schmettern der Trompeten und dem Klang der Trommeln abzulegen. Dennoch war es gewöhnlicher, die Neigungen der Paare zu Rath zu ziehen, indem die Feierlichkeiten dadurch einen höhren Glanz erhielt; und dieſe Wahlen bei öffentlichen Gelegenheiten hatten, wie man allgemein annahm, mehr als das gewöhnliche Intreſſe der Heirathen, da man ſie für Mittel anſah, durch Hülfe der Reichen und Machtigen die zu verbinden, welche Ar⸗ muth oder andere widrige Umſtande biéter getrennt hat⸗ ten. Das Gerücht ſprach von manchem unerbittlichen Vater, der ſich lieber durch das Zureden der Großen
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