Igt T⸗ en kt, zu⸗ be⸗ ore
uf
n,
— 321—
indem ihr wahrſcheinlich die Größe der Natur ihren Charakter aufdrückte. Die meiſten der ſehr hoch gehen⸗ den und überſchlagenden Töne haben Ähnlichkeit mit dem Widerhall, wie ihn den Felſen in den Thäͤlern zurückge— ben, wenn die Stimme über ihre natürliche Höhe hin— ausgeht, um die Höhlen und wilden Kluͤfte unzugängli⸗ cher Jahen zu erreichen. Weiſen, wie dieſe, erinnern augenblicklich an die,Alpenthäler und an die Pracht, in⸗ mitten derer ſie zuerſt gehört wurden und daher wird der Geiſt durch einen unwiderſtehlichen Trieb veranlaßt, den ſtarkſten aller Gefühle nachzugeben— denen, die mit den reinen und ungetrübten Freuden einer muntern Kindheit verbunden ſind.
Die Kaſer und Sennerinnen hatten kaum die erſten Töne dieſes magiſchen Liedes geſungen, als eine tiefe und athemloſe Stille unter der Menge eintrat. Als die ei⸗ genthümlichen Töne des Chors die Ohren berührten, ließ ſich ein murmelnder Widerhall unter den Zuhörern vernehmen, und ehe die wilden Intonationen wiederholt werden, welche die Worte„Lioba! Lioba!⸗ begleiten, erhoben ſich gleichzeitig tauſend Stimmen, gleichſam um die umliegenden Berge mit dem Jubel ihrer Kinder zu grüßen. Von jetzt an waren die übrigen Strophen des Kühreihen ein allgemeiner Ausbruch der Begeiſterung, jener natürlichen Glut entſproſſen, welche ein ſo mächti⸗ ges Glied in der geſelligen Kette bildet und im Stande iſt, der Bruſt, welche in andern Hinſichten durch Laſter und Verbrechen verhärtet iſt, die reinſten Gefühle unſe⸗ rer Natur einzuflößen.
Der letzte Ton erſtarb unter dieſen allgemeinen Be⸗ 76— 78. 21


