Der Amerikaner warf einen Blick auf die Berge, rief verſchiedene Windſtöße und Stürme, die er ſelbſt
bemerkt hatte, in ſein Gedächtniß zurück, und hielt des
Schiffers Redefigur für weniger übertrieben, als ſie ihm anfangs geſchienen.
„Wenn eure Fahrzeuge beſſer gebaut wären, mach⸗ ten ſie beſſeres Wetter,“ bemerkte er ruhig.
Monſieur Descloux wünſchte durchaus nicht mit ei⸗ nem Kunden zu hadern, der ihm jeden Abend zu thun gab und lieber mit der Strömung dahin trieb, als ſich mit dem gekrümmten Ruder fortrudern ließ. Er lieferte ſonach einen Beweis ſeiner Klugheit, als er eine zurück⸗ haltende Antwort gab.
„Ohne Frage, Monſieur,“ ſagte er,„bauen die Leute, welche an der See wohnen, beſſere Schiffe und wiſſen dieſelben geſchickter zu führen. Wir hatten im letzten Sommer einen Beweis davon, hier zu Vevay (er ſprach das Wort wie v-vais, nach dem Laut der fran⸗ zöſiſchen Vokale, aus); ihr hört es vielleicht gern. Ein Engliſcher Herr,— man ſagt, er ſey Kapitän in der Marine geweſen— ließ ein Boot zu Nizza bauen und über die Berge in unſern See bringen. Er fuhr an ei⸗ nem ſchönen Morgen nach Meillerie hinüber und keine Ente ſchwamm je leichter oder ſchneller dahin! Er war kein Mann, der von einem Schweizer Schiffer einen Rath annahm, denn er hatte die Linie paſſirt und Spritz⸗
und Wallſſiſche geſehen! Gut, er war auf dem Rückweg, es war dunkel und der Wind jagte hier von den Bergen nieder und er hielt keck gegen unſer Ufer und warf, wie er ſich dem Lande näherte, das Blei aus, als trieb er


