Teil eines Werkes 
4.-6. Bd. (1831)
Einzelbild herunterladen

319

lich der Ocean in ſeinem Grimm iſt und wie oft die Brigantine in Gefahr kam, Schifſbruch zu leiden!

Ach, das iſt weibiſch! Ich bin auf der Rae ge⸗ weſen im Wetter, und es war mir nie, als ob Gefahr dabei wäre.

Du haſt die Unbewußtheit und Sorgloſigkeit eines Schiffsjungen! Solche, die älter ſind, wiſſen, daß das Leben des Seefahrers beſtändigen Gefahren ausgeſetzt iſt. Du warſt unter den Inſeln, in wüthenden Orka⸗ nen, und haſt die Gewalt der Elemente geſehen?

Ich war in wüthenden Orkanen, die Brigantine auch, und ſeht, wie ſchmuck ſie einher ſtolzirt, als ob ihr nichts widerfahren wäre.

Und Du ſahſt uns geſtern auf dem offenen Meere treiben, wo nur ein Paar ſchlechtverbundene Stangen uns vom Untergang retteten!

Die Stangen ſchwammen und Ihr gingt nicht un⸗ ter; ja dann hätte ich bitterlich geweint, Eudora!

Aber Du wirſt tiefer in's Land kommen und mehr von ſeinen Schönheiten ſehen ſeine Flüffe und Berge ſeine Grotten und Wälder. Hier iſt immer Abwechs⸗ lung und auf dem Waſſer iſt's öde.

Ei, Eudora, Du biſt ſonderbar vergeſſen! Hier iſt doch immer Amerika. Dieſer Berg iſt Amerika, das Land da, über der Bai, iſt Amerika, und der geſtrige Ankerplatz war Amerika. Wenn wir von der Küſte hier in See ſtechen, ſo iſt das nächſte Land England, oder Hol⸗ land, oder Afrika, und mit gutem Wind können wir an den Küſten zweier bis dreier Lander an einem Tage hinfahren. Auf ſie hinfahren auch, gedankenloſes Kind! Wenn