Teil eines Werkes 
4.-6. Bd. (1831)
Einzelbild herunterladen

320

Du dieſe Gelegenheit vorbeigehen laſſeſt, bleibt Dein Leben dem Zufall überlaſſen!

Leb' wohl, Eudora, ſagte der kleine Burſche, in⸗ dem er den Mund zum Abſchiedskuß hob.

Eudora, leb' wohl, ſetzte eine tiefe melancholiſche Stimme an ihrer Seite hinzuIch darf nicht länger ſäumen, denn meine Leute geben Zeichen der Ungeduld. Sollte dieſes meine letzte Fahrt an dieſe Küſte ſeyn, ſo wirſt Du doch die nicht vergeſſen, mit denen Du ſo lange Gutes und Böſes getheilt haſt!

Noch nicht noch nicht. Ihr durft jetzt noch nicht gehen. Laßt mir den Jungen laßt mir eine andre Erinnerung noch von dem Vergangenen, als dieſen Schmerz! 4

Meine Stunde hat geſchlagen. Der Wind verſtärkt ſich und ich ſcherze mit ſeiner Gunſt. Es wird für Dein künftiges Gluck beſſer ſeyn, daß Niemand die Geſchichte der Brigantine erfährt, und in wenigen Stunden zielen hundert neugierige Städteraugen auf uns.

Was kuͤmmert mich das Gerede dieſer Menſchen! Du willſt nicht kannſt nicht verlaſſeſt mich, dennoch!

Gern bliebe ich, Eudora, aber des Seemanns Hei⸗ math iſt ſein Schiff. Zu viel koſtbare Zeit habe ich ſchon vergeudet. Noch einmal, lebe wohl!

Das ſchwarze Auge des Maͤdchens blickte wild umher.

Sie ſchien mit dem einen unſteten Blick alles einzuſau⸗ gen, was dieſem Land und ſeinen Freuden angehörte.

Wohin geht Ihr? fragte ſie mit leiſem, kaum vernehmlichem Tou.Wohin ſegelt Ihr und wann kehrt 2 Ihr zurück?