Jahrgang 
6 (1851)
Einzelbild herunterladen

inder rief d

und Walthen er Enkeln zu ſtin und liß

/

wollen! ſag genug, zu de ih. Wir ſir

ort. Walthe

zte die Fürſti s Walther ſit a zu ſprechen der Zigeunen ich ernſt bin tte eine ſolch erwartet, un eine neue Lage, 6 Daiprete eneren Dienen 1

ſen Ton! e für uns. 6% ch Sie ſo lu g Sie glücli

5, antworten V

ij die Fürſt Ihrem den 8' Schuld. g G en es nicht ben gekomnen bi ofe nachte/ 1 3 batteln. 9 1

Sie lieben, ich mußte den Zigeuner aufſuchen, der ſonſt ewig kalt und fremd gegen mich ge⸗ blieben wäre. Und habe ich Ihnen nicht geſagt, daß ich Sie liebte, als Sie nichts weiter für mich waren, als der einfache Walther? O, er⸗ innern Sie mich nicht daran, nehmen Sie dieſe Schmach von meinem Gewiſſen, ſagen Sie mir, daß Sie das vergeſſen wollen! Kann ich mehr thun, als eingeſtehen, daß ich gefehlt, daß ich geſündigt, daß ich einen Fehltritt begangen?

Ich werde es vergeſſen, weil ich es will! antwortete Walther. Laſſen Sie uns davon ab⸗ brechen, Helene! Ich weiß, daß Sie jenen Schritt bereuen. Ich gehöre nicht zu denen, die einen Entſchluß ohne Ueberlegung faſſen. Ich habe mir ſelbſt gelobt, Sie zu achten, Sie zu lieben, Ihnen treu zu ſein, und ich werde dieſes Ge⸗ lübde halten, denn ich hoffe, daß Sie mir keine Gelegenheit geben werden, es zu vergeſſen.

Sie ſind ſtrenge, Walther! ſagte Helene ſchmerzlich. Aber ich verdiene dieſe Strenge und will mich bemühen, allmählich dieſe alten Er⸗ innerungen in Ihrem Herzen zu verlöſchen.

Walthers Kraft und ſein Vorrath an Stand⸗ haftigkeit waren jetzt erſchöpft und er ſann ver⸗ gebens nach einem Vorwande, unter dem er ſich entfernen könne, um mit ſich allein zu ſein, als plötzlich ein lautes Geräuſch vor der Thür hör⸗ bar wurde. Man hörte die Diener drohen und toben, dann öffnete ſich ſchnell die Thür und eine Frau im halbzerriſſenen Gewande ſtürzte in das Zimmer. Sobald ſie die Beiden erblickte, die noch neben einander ſaßen, ging ſie langſa⸗ mer und kam mit feſten Schritten und ruhigem Auge auf dieſelben zu. Es war Ranah.

Was willſt Du hier, Freundin? fragte Walther, der keinen Grund zu haben glaubte, ſeine frühere Gefährtin verleugnen zu müſſen. Suchſt Du mich, und weshalb kommſt Du bis hierher?

Ranah antwortete nicht, warf nur flüchtige Blicke auf Walther und heftete ihre ſchwarzen Augen durchdringend und mit dem Ausdrucke des tiefſten Haſſes auf Helene, die halb beſtürzt, halb zornig aufgeſtanden war und das Zigeuner⸗ weib ebenfalls feſt ins Auge faßte.

Fata morg. 6. Bd. 11. Lief. 33

Kaiſer Juſeyh und der Sekrrlir

Ja, ich ſuche Dich, antwortete ſie, weil man mich von Dir trennt, weil dieſes ſtolze Weib ſich zwiſchen uns Beide ſtellt. Du haſt mich belogen, Orno⸗Tama, als Du mir ſagteſt, daß ſie Dich nicht liebte.

Was will dieſes Weib? rief Helene mit hervorbrechendem Zorn, noch ehe Walther ant⸗ worten konnte. Höre, Weib, Du haſt kein Recht mehr auf dieſen Mann. Er iſt mein Geliebter, mein Verlobter, und wird bald mein Gatte ſein. Geh' zurück, oder

Iſt das wahr? unterbrach ſie die Zi⸗ geunerin, ihr Auge auf Walther richtend und erbleichend. Alſo deshalb habe ich Dich in der letzten Zeit nicht mehr geſehen? Du haſt mich getäuſcht?

Nicht getäuſcht! ſagte Walther aufrichtig. Ich weiß, daß Du meine Freundin biſt, Ranah, Du haſt es mir bewieſen, und ich werde Dich nicht täuſchen. Aber es iſt wahr, dieſe Dame wird meine Gattin werden. Pflicht und Ge⸗ wiſſen und die Treue für meinen Herrn zwin⸗ gen mich, ihr meine Hand zu reichen. Zürne ihr nicht, Ranah, weil ſie mich liebt!

Und Du ſagteſt mir, Dein Herz ſei in der Heimath gefeſſelt? fragte Ranah, noch mehr erbleichend.

Ich ſagte es Dir, ſo gut, wie ich es dieſer Dame geſagt habe, antwortete Walther ruhig. Aber der Wille meines hohen Herrn hat mich aller Verbindlichkeiten enthoben, und

Wozu dieſe Erklärungen, Walther? rief Helene heftig. Ich mag dieſes unverſchämte Weib hier nicht ſehen. Habe ich Dir nicht gedroht, Dirne, daß ich Dich mit Hunden vom Hofe hetzen laſſen würde, wenn Du Dich wie⸗ der zeigteſt? Geh, oder ich laſſe meine Drohung zur Wahrheit werden!

Ranahs Kopf ſank nieder, als würde er von ſchwerer Laſt gedrückt. Sie ergriff mit bei⸗ den Armen ihren weiten Mantel und zog ihn über das Haupt. So verhüllt, ſtand ſie einige Minuten lang ſchweigend und unbeweglich da, in gebrochener Haltung. Dann ſchlug ſie den Mantel auseinander.

Die hohe Herrin wird glücklich ſein mit 14 85