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Kaiſet Joſtph und der Jekretär.
jeſtät das Liebſte iſt. Ich werde die Fürſtin heirathen! antwortete Walther.
— Gott ſei Dank! rief der Graf freudig. Und wiſſen Sie bereits, mein lieber Freund, wie Se. Majeſtät Ihre unſchätzbaren Dienſte belohnt?
— Nein, antwortete Walther, den Kopf ſchüt⸗ telnd. Und ich möchte es auch kaum wiſſen.
— Sagen Sie das nicht! rief der Graf. Dieſe Belohnung iſt groß, faſt unerhört für einen ſo jungen Mann, wie Sie. Se. Majeſtät haben Sie in den Adelſtand erhoben als Baron Eſchenburg und Ihnen die Stelle und die Ein⸗ künfte eines Geheimen Raths verliehen. Es liegt nur an Ihnen, wenn Sie nicht in kurzer Zeit die höchſten Ehrenſtellen erreicht haben.
Walther antwortete nichts. Er fühlte die hohe Ehre, dachte ſich aber auch, daß er ſie zum Theil wohl nur empfangen, um den Unterſchied zwiſchen ihm und der Fürſtin geringer zu machen.
— Es koſtet Sie Ueberwindung, ſagte der Graf. Nun, das wird ſich geben. Kommen Sie jetzt zum Fürſten. Wir wollen hören, was der Kaiſer ihm geſchrieben hat.
— Der Kaiſer hat eingewilligt! rief dieſer ihnen entgegen. Er ſchreibt mir in den ſchmei⸗ chelhafteſten Ausdrücken von Ihnen und ſagt mir, daß Sie bald eine der erſten Stellen des Reiches bekleiden würden, wenn Sie ſo fortfahren, wie bisher. Helene iſt glücklich. Kommen Sie zu ihr, Herr Baron. Sie wird keine Ruhe haben.
Walther bemühtenſich, ruhig zu ſcheinen, und folgte mit dem Grafen dem voraneilenden Fürſten. Helene empfing die Herren in ihrem Zimmer.
— Was hat Dir der Kaiſer geſchrieben, mein Kind? rief der Fürſt. Ich muß es wiſſen!
— Er hat mir geſchrieben, daß, wenn Wal⸗ ther Eſchenburg einwillige, mein Gatte zu wer⸗ den, die ſchönſten und edelſten Frauen Oeſter⸗ reichs mich beneiden würden, und daß er mir dann zu meiner Wahl aufrichtig Glück wünſche.
— Und Du weißt noch nicht, daß unſer junger Herr zum Baron und zum Geheimen Rath ernannt iſt? rief der Fürſt überglücklich. Er wird Carriére machen, das wird er ganz gewiß, ſage ich Dir!
— Ich hoffe es, ſagte Helene lächelnd. Aber
ich werde ihn lieben, wenn er auch nur mein Gatte bleibt!
— Nun, Gott ſegne Euch, Kinderl rief der Fürſt. Es lebe der Kaiſer Joſeph!
Er umarmte den Grafen und Walther. Dann führte er den letzteren ſeiner Enkelin zu. Walther nahm die Hand der Fürſtin und küßte ſie ehrerbietig.
— Sie werden jetzt allein ſein wollen! ſagte der Fürſt leiſe, aber doch hörbar genug, zu dem Grafen. Kommen Sie, Graf Th. Wir ſind jetzt überflüſſig.
Er zog den Grafen mit ſich fort. und Helene blieben allein.
— So ſtill, Herr Baron? fragte die Fürſtin, mit einem gezwungenen Lächeln, als Walther ſich ſchweigend und unfähig, ein Wort zu ſprechen,
Walther
neben ſie ſetzte. Immer noch, wie der Zigeuner.
— Verzeihen Sie mir, wenn ich ernſt bin! ſagte Walther ergriffen. Wendung meines Geſchicks nicht erwartet, und ich kann mich nicht ſogleich in meine neue Lage finden. Aber ich gebe Ihnen das Verſprechen, daß Sie keinen treueren und ergebeneren Diener, als mich, finden werden.
— O, Walther, laſſen Sie dieſen Ton! rief die Fürſtin. Er paßt nicht mehr für uns. Es ſchneidet mir durchs Herz, wenn ich Sie ſo kalt und trübe ſehe. Kann denn nichts Sie glücklich und zufrieden machen?
— Ich werde es ſein, gewiß, antwortete Walther, ſich mühſam faſſend.
— O, ich weiß, ich weiß, rief die Fürſtin, in Thränen ausbrechend, was auf Ihrem Herzen laſtet, und ich fühle meine ganze Schuld. Sie verachten mich, Walther, Sie können es nicht ver⸗ geſſen, daß ich damals zu Ihnen gekommen bin, daß die Fürſtin ſich zur Kammerzofe machte, um die Gunſt eines Zigeuners zu erbetteln. Aber Sie ſind zu ſtreng, Walther! Ich ſchwöre es Ihnen, daß nicht blos ein abenteuerlicher, viel⸗ leicht verbrecheriſcher Hang mich zu Ihnen trieb — nein, ich ahnte Ihren Geiſt, Ihr Herz aus Ihrem Spiel, ich wußte, daß Sie eine edlere Natur waren, als Sie ſcheinen wollten, und ſo ſehr ich auch gegen mich ankämpfte, ich mußte
Ich hatte eine ſolche


