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Kaiſer Joſeph und der Sekretär.
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Orno⸗Tama? fragte ſie mit einem eigenthüm⸗ lichen Ausdruck von Demuth, Unterwürfigkeit, Trauer und Tücke.
— Gehl! rief Helene heftig. Ich mag Dich nicht ſehen! Bringt ſie fort, Ihr Leute!
— Du wirſt glücklich ſein! wiederholte Ra⸗ nah mit demſelben Ausdrucke und in langgezoge⸗ nen, klagenden Tönen. Dann brach ſie plötzlich in ein wildes, gellendes Gelächter aus, und ſchnell, wie der Blitz, und ehe Walther es be⸗ merken konnte, ſtürzte ſie auf die Fürſtin zu.
Dieſe ſtieß einen ſchwachen Schrei aus, tau⸗, melte zurück und ſank nieder. Ranah richtete ſich mit ihrem ganzen Stolze, in ihrer ganzen Wildheit auf und ihre rechte Hand vorſtreckend, zeigte ſie ein Meſſer, das von Blut geröthet war und von dem einige Tropfen niederfielen.
— Gut getroffen! murmelte ſie leiſe vor ſich hin. Sie wird glücklich ſein mit Orno⸗Tama!
Walther ſtand entſetzt, leichenblaß. Nach den erſchütternden, geiſtigen Aufregungen, die ihm dieſer Tag gebracht, war es ihm unmöglich, dieſes Ereigniß zu ertragen. Er ſank auf einen Seſſel, und unfähig, den Blick zu erwiedern, den die Zigeunerin auf ihn richtete, verhüllte er ſein Geſicht. Auch die Diener ſtanden ſtarr da und wagten es nicht, ſich Ranah zu nähern. Nur der alte Kaſimir war zu ſeiner jungen Herrin geeilt und ſuchte das Blut zu ſtillen, das aus der Wunde in der linken Seite der Bruſt drang. Vergebens! Helene war bereits erſtarrt, ihr Auge gebrochen. Die Zigeunerin hatte ſie ins Herz getroffen. Sie war todt!
Ranah ſtand eine Minute lang aufrecht und ſtolz mitten im Zimmer. Dann warf ſie einen finſteren Blick auf Walther, dann einen zweiten, der ſanfter und beinahe traurig war. Endlich ſchien ſie ihn anreden zu wollen, bezwang ſich aber, ſtieß einen kurzen Schrei aus, ſchauderte in ſich zuſammen und ging aus dem Zimmer. Draußen ergriffen ſie die Diener. Sie leiſtete keinen Widerſtand.
Waliher wurde fortgeführt, von wem wußte er nicht. Es war der Graf geweſen, der zu fällig vorübergekommen war und das Geräuſch gehört hatte. Er blieb in einem Zuſtande der
Träumerei und des Trübſinns bis zum ſpäten Abend. Da war es ihm, als erwache er aus einem ſchweren Traume. Er warf einen Blick auf den Anzug, den er ſo lange nicht getragen, und es war ihm, als habe er wirklich noch ge⸗ träumt und befinde ſich noch in Wien oder in Buda⸗Peſth. Dann kehrte ihm allmählich die Erinnerung an die letzte Vergangenheit zurück. Aber ſeltſam! Jetzt war es ihm, als hätte das Alles ſo kommen müſſen, als ſei eine andere Wendung ſeines Geſchicks unmöglich geweſen. Er fragte ſich ſogar, wie er überhaupt jemals den Gedanken habe faſſen können, der Gatte der Fürſtin zu werden, er, der geflohen war vor der Gräfin Kinsky, als er hörte, daß ſie von Liebe zu ihm ſprach. Und welche Frau war die Gräfin der Fürſtin gegenüber geweſen!
Er ſah den Grafen in das Zimmer treten,
mit trüber, abgeſpannter Miene.
— Werden Sie im Stande ſein, morgen abzu⸗ reiſen? Eſchenburg? fragte er den jungen Mana.
— Nicht morgen, heute, ſogleich, wenn Sie es wünſchen! antwortete Walther.
— Nun denn, morgen früh! ſagte der Graf⸗ Mein Gott, an dieſen Tag werde ich Zeitlebens denken!
— Die Fürſtin Helene? fragte Walther mit zögernder Stimme. Was iſt mit ihr?
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— Sie iſt todt! Alle ſind todt! antwortete
der Graf. Wir befinden uns in einem Leichen⸗ hauſe.
— Wer? Alle? rief Walther. Wer iſt denn noch geſtorben?
— Der Fürſt, ſagte der Graf. Es ließ ſich vorausſehen, daß ein ſo alter und dabei ſo heftiger Mann einen ſolchen Schlag nicht ohne große Gefahr ertragen könne. Doch glaubte ich, er würde mit einem ſchlagähnlichen Anfalleé über dieſes Unglück hinwegkommen. Ich irrte mich. Er gerieth bereits in Zuckungen, als man ihm ſagte, daß ſeine Enkelin gefährlich von der Zigeunerin verwundet ſei. Dann wollte er ſie ſehen und ließ ſich durch nichts abhalten: Er drang mit Gewalt in ihr Zimmer, wo man die Leiche auf ein Bett gelegt hatte, und als
er ſie ſah und ſich überzeugte, daß ſie todt ſei,
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