hrä⸗ 8 er
fer⸗ ihm er⸗ umer hen, lau⸗ ver⸗
edderic von Norrmann.
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verdankſt ihr viel, ja Du verdankſt ihr ſogar das Leben. Doch weiter darf ich nicht ſprechen. Oh, mein Fedderic, es war eine harte Auf⸗ gabe für mich, das auszuſprechen, was ich ge⸗ ſagt, und ich fühle es wohl, Dein Groll wird dereinſt auf das Werkzeug zurückfallen, deſſen man ſich bedient, Dich unglücklich und elend zu machen. Doch fluche mir nie, ich habe keinen Theil an Deinem Unglück und würde es ab⸗ zuwenden ſuchen, wenn es in meinen Kräften ſtände.
— Mutter, Mutter! rief der junge Mann, welche Worte ſprechen Sie? Haben Sie Erbar⸗ men, haben Sie Mitleid mit mir, Sie zerreißen mein Herz, nachdem Sie meinen Verſtand wirr gemacht. 3
— Oh mein Gott! ſtöhnte die Dame. Ver⸗ gieb mir, erhöre meine Gebete und begleite dieſen jungen Mann auf ſeinen Lebenswegen. Fedde⸗ ric, mein Sohn, Deine Mutter ertheilt Dir ihren Segen!
Die Worte der Dame waren bereits immer matter geworden, dagegen ihr Stöhnen ſo laut und heftig, daß die Wände des Zimmers davon erdröhnten.
Eine ſchwache Handbewegung hatte ihren letz⸗ ten Satz begleitet und nach demſelben falteten ſich die kraftloſen Finger zum Gebet, welches die ſterbende Frau zum Himmel ſenden zu wollen ſchien.
Aber das Auge der Kranken war bereits irre geworden und rollte wild und glanzlos in ſeiner Höhle umher.
Auf dieſe Unheil verkündenden Zeichen war Fedderic ſchnell aufgeſprungen, und an dem gan⸗ zen Gebahren des jungen Mannes war zu er⸗ kennen, daß er etwas zur Erleichterung der Lei⸗ denden thun wolle, jedoch nicht wußte, was er thun könne.
— Meine Mutter— meine gute Mutter— flüſterte er fragend, indem er ſich über die Dame neigte.
— Mein Fedderic, mein Sohn! rief dieſe; aber ihre Stimme hatte nicht mehr den gewöhn⸗ lichen Ausdruck und ihre Bruſt ſchien krampfhaft zugeſchnürt.
— Mein Sohn, mein Sohn! ſchrie ſie von Neuem und verſuchte ihre Arme um den Nacken des jungen Mannes zu legen. Vergieb mir, wie Du einſt vom Himmel Vergebung hoffen wirſt; ich habe Dich getäuſcht und bin nicht Deine—
Ein heftiger Krampf, welcher die Geſichts⸗ muskeln verzerrte und den ganzen Körper erſchüt⸗ terte, unterbrach ihre Rede.
— Mutter, Mutteer, meine theure Mutter! rief der erſchrockene Jüngling.
Plötzlich richtete ſich die Kranke auf; ihr Auge war bereits erſtorben, aber ihre Lippen öffneten ſich und tonlos ſchauerte es durch das Zimmer:
— Ich bin nicht Deine Mutter!
Ein neuer Krampf rüttelte ihre Glieder; dann aber ſtreckte ſich der Körper mit einem dumpfen Geräuſch gerade, der Blick des aufgeriſſenen Auges brach völlig und der Mund blieb weit geöffnet.
Der Tod hatte ſeine Beute erfaßt; die Dame war nicht mehr.
2. Der Flüchtling.
Als die Lähmung, welche der erſte Schreck dem jungen Manne verurſacht hatte, verſchwand, ſah ſich derſelbe genöthigt, einen Halt zu ſuchen, um nicht umzuſinken, und es wäre ſchwer gewe⸗ ſen, zu errathen, ob es der Tod ſeiner vermeint⸗ lichen Mutter, oder deren letzte, ihn verwirrende Aeußerung war, was ihn am meiſten zu Boden drückte.
Die zweite Bewegung des Jünglings aber, die ein bewußter Wille ihn zu machen drängte, beſtand darin, die in ſeinen Händen befindlichen Papiere von ſich zu ſchleudern, und bereits hatte er eine Hand an das um ſeinen Nacken befind⸗ liche Kettchen gelegt, um es mit dem daran hän⸗ genden Futterale ebenſo zu machen. Doch er be⸗ ſann ſich.
Fedderics Stimmung mußte durch die voran⸗ gehenden Ereigniſſe eine ſo qualvolle ſein, daß ſie wohl im Stande war, ſeine Sinne zu umdun⸗


