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wunderungsvoll und ſtolperte wie ein ächter Rügener, der er übrigens auch war, die Treppe hinab.
— Aber, Herr Major, erdreiſtete ſich Wendt zu fragen, wohin werden wir denn fahren?
— Nach— nach— Sapperment, wie heißt das Neſt gleich—! Der Major nahm den Brief wieder zur Hand. Nach Brigh— Brigh — Brigthon!
— Kenne einen Ort des Namens auf der ganzen Inſel nicht, meinte Wendt erſtaunt.
— Was Inſel! rief der Major. Nach Eng⸗ land geht's!
Jetzt glaubte Wendt doch, Verſtand ſeines Herrn geſchehen; er huſtete einige Male und ſagte vorſichtig:
— Muß es denn aber wirklich ſo eilig ſein? Es iſt kein Augenblick zu verlieren, Wendt. Denkt Euch, der Robert in Ketten im Gefängniß—!
— Der Robert—?7
— Ja, ja, der Robert; doch Ihr wißt ja noch gar nichts, hier leſt nur!
Wendt nahm den Brief aus der Hand ſei⸗ nes Herrn und trat an die neugierige Martha folgte, um, während der Major alles Ernſtes begann, ſich reiſefertig zu machen, den Inhalt des Schreibens herauszu⸗ buchſtabiren.
Wie wir wiſſen, war Wendts Gelehrſam⸗ keit eben nicht weit her, jedoch ſein Pflegeſohn ſchrieb eine leſerliche Hand und ſomit kam er richtig bis zu den Zeilen, welche einen kurzen Abriß der Ereigniſſe, die dem jungen Manne gleich nachdem er die engliſche Küſte betreten, begegneten, enthielten; hiermit war indeſſen das Schreiben noch nicht zu Ende und er buchſtabirte emſig weiter.
— Nein, Herr Major! rief er nach einiger Zeit, im Gefäͤngniſſe iſt er nicht mehr, aber krank, ſehr krank!
— Wie?— Zeigt her, Wendt. das?
— Hier— ſehen Sie, Herr Major!
Wendt zeigte mit dem Finger die Stelle an und der Major las.
— Ja, jal rief er. Nun, gleichviel, wir müſſen hin.— Doch was iſt das?— Aus dem Krankenhauſe heraus und— erſtochen, von einem Banditen erſtochen! Großer Gott, der arme Junge!
— Wie, Herr Major? fragte Wendt er⸗ ſchrocken und nahm wiederum das Schreiben.
— Neinl! rief er plötzlich, das wird immer ärger, der Junge iſt geraubt.— Herr Major,
Wo ſteht
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das Fenſter, wohin ihm
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den ganzen Inhalt des Schrei⸗ bens kennen, bevor wir einen Entſchluß zu faſ⸗ ſen im Stande ſind.
— Ich glaube bei Gott, Ihr habt Recht, Wendt, ſagte der Major, ſeine Beſchäftigung einſtellend. Ruft einen Eurer Jungen!
Dies geſchah; mit demſelben kam jedoch die ganze Familie und auch noch einige der Dienſt⸗ boten herein. Der Major achtete durchaus nicht darauf, ſondern war nur begierig, zu hören.
Das aus Hamburg datirte Schreiben ent⸗ hielt eine kurze Schilderung derjenigen Begeben⸗ heiten, welche wir bereits kennen; dann ferner, wie Robert bereitwillig von den Basken unter⸗ ſtützt und einige Tage mit ſeiner kleinen Be⸗ gleiterin gaſtfreundlich beherbergt worden, ſpäter aber Beide nach Bilbao gebracht und wie es ihm dort gelungen, mit Hülfe des preußiſchen Konſuls Geld aufzunehmen, durch welches es ihm möglich geworden, nach Deutſchland zurück⸗ zukehren; ſodann ſchließlich, daß er mit ſeiner Begleiterin glücklich in Hamburg eingetroffen, woſelbſt er, um ſeiner Reiſegefährtin eine ihr nöthige Erholung zu gönnen, einige Tage zu verweilen gedenke, um dann nach ſeiner Heimath abzureiſen.
Die Vorleſung war nicht ohne verſchiedene Unterbrechungen beendet worden. Als Wendts Sohn aber, wie ein gewiſſenhafter Dolmetſcher der Gedanken eines Andern, auch Ort und Zeit der Abſendung genau veröffentlicht hatte, rief der Major:
— Gott ſei Dank, das endete noch gut!
— Aber nun bleiben wir doch zu Hauſe, Herr Major? fragte Wendt..
— Zu Hauſe— hm, eine Strecke entgegen⸗ fahren, ſollte ich meinen—
— Wir wiſſen ja nicht, ankommt!
— Das iſt wahr— na, dann kann Johann ausſpannen!
Nachdem noch einige Zeit gewundert, be⸗ wundert und berathſchlagt worden, ging endlich Jeder an ſeine Arbeit, der Major aber daran, den Brief ſeines Sohnes nochmals mit Wendt allein zu leſen.
Nun erſt war er im Stande, Alles ſo recht zu faſſen und zu begreifen.
— Der arme, arme Junge! rief er ein Mal über das andere. Doch Gott ſei Dank, nun iſt Alles überſtanden und wir wollen dafür ſorgen, daß er ſeine Leiden recht bald vergißt. Wie er ſich wundern wird, der gute Junge!
Als er ein wenig ruhiger geworden, fielen ihm ſeine Verwandten ein und er beſchloß, um
wann der Junge


