Jahrgang 
1 (1851)
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men! Keine Hülfe, kein Mitleid mit dieſem, He, Ihr ſeid ein Braunſchweiger? rief

Herzog, wenn Ihr mich liebt! Er ſoll es bü⸗ das Fräulein mit wilder Schadenfreude.

ßen! Laßt ihn hier liegen und ſterben! Noch

einen Augenblick will ich mein Herz an ſeinem noch nicht erblickt hatte. Was ſoll's?

Anblick weiden. Dann weiter! Kein Erbarmen Die Braunſchweiger ſuchen den Hennig

mit ihm! Brabant, der entflohen iſt, nicht wahr? fragte Schweigt, Hulda! ſagte der Herzog ernſt. das Fräulein.

Er ſcheint ſehr leidend zu ſein und man muß Ja wohl, antwortete der Mann. Die

das Unglück ehren. Sagt, Brabant, was hat Häſcher ſind hier ganz in der Nähe, aber ſie

Euch in dieſe Lage gebracht? Seid Ihr von können ihn nicht finden.

Räubern überfallen und verwundet worden? Und, nicht wahr, wer ihn findet, wird Mit angeſtrengter Stimme, unter den größ⸗ eine gute Belohnung erhalten? fragte das Fräu⸗

ten Schmerzen, erzählte Brabant abgebrochen, lein weiter.

was ſich am vergangenen Abend in Braunſe hweig Verſteht ſich, antwortete der Knecht.

zugetragen. Der Herzog hörte mit Aufmerk⸗ Hundert Thaler und das Bürgerrecht hat der

ſamkeit und Theilnahme, das Fräulein mit un Rath demjenigen verſprochen, der ihn überliefert. verhehltem Frohlocken den Bericht.

Könnt Ihr mir ſagen, wo ich ihn finde? Hier in der Nähe iſt keine Quelle, Bra⸗ Hier iſt er! rief das Fräulein hohn⸗ bant! ſagte der Herzog. Aber ich will ſehen, lachend. Verdient Euch das Geld! Zeigt ihn ob ich Waſſer finde. Ich will es in meinen den Häſchern! Hut ſchöpfen und Euch bringen. Ihr ſeid mein Der Knecht trat näher und erkannte den Feind, mein größter Feind; aber ich muß die Hauptmann, der mit Abſcheu und Ekel vor der Pflichten der Menſchlichkeit an Euch erfüllen. unmenſchlichen Rachſucht dieſes Weibes ſein Nicht von der Stelle, Herzog! rief das Haupt zur Erde wandte. Fräulein. Keinen Trunk dieſem, der ſein bos⸗ Ich gebe Euch das Doppelte, rief der haftes Spiel mit mir getrieben. Bleibt, es iſt Herzog, wenn Ihr dieſen Mann nicht verrathet, mein Ernſt! fügte ſie hinzu, als der Herzog mit ſondern ihn mir nach Wolffenbüttel bringen helft! unwilliger Miene ſein Pferd umlenken wollte. rief der Herzog unwillig. Hulda, ich lerne Euch Ich würde Euch auf der Stelle verlaſſen, wenn von einer ſehr ſchlechten Seite kennen. Dieſer Ihr meinem Wunſche nicht Folge leiſten wolltet. Mann iſt auch mein Feind, aber nie würde ich Ich will Alles thun, was Ihr verlangt, erfüllt ſo ehrlos an ihm handeln. Er iſt unglücklich, mir nur dieſe eine Bitte! das iſt genug! Nun, wollt Ihr? Helft mir Sie hielt den Herzog zurück, während ein dieſen Mann auf das Pferd legen, und haltet unausſprechlicher Haß aus ihren Augen funkelte, ihn, damit er nicht herabfalle. die ſie auf Brabant geheftet hielt, der mit ſchmerz⸗ Aber ſchon war der Knecht, dem Hulda lichem Blick und dumpfem Stöhnen auf den Bo⸗ einen Beutel mit Gold zugeworfen, zurückgerannt, den zurückſank und den Augenblick verfluchte, in um die Häſcher zu holen. Vergebens rief der dem er dieſes Weib zuerſt geſehen. Herzog ihm nach.

Ha, da ſcheint ein Braunſchweiger zu Herr Herzog, ſagte Brabant mit ſchwa

kommen! rief das Fräulein plötlich. Hierher, cher Stimme, ich danke Euch für Eure gute Mann! Abſicht.

Aber laßt nur. Es iſt mir lieber, In der That hörte Brabant, der in ſeine daß ich in die Hände der Braunſchweiger ge⸗ ihere Bewußtloſigkeit zurück zu ſinken drohte, rathe. Sonſt möchten ſie am Ende doch ſagen, li pere Schritte. Er ſah einen Mann kommen, es ſei wahr geweſen, was man behauptet, näm⸗ der eem er einen Braunſchweiger, einen armen, lich, daß ich mit Euch im Bündniß geſtanden. geſch berüchtigten Knecht erkannte, von dem er Eine ſchlimme Nachricht habe ich Euch noch mit⸗ 9e Mitleid erwarten durfte. zutheilen, aber es iſt beſſer, daß Ihr ſie früher

Ja, antwortete der Mann, der Brabant,

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