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l ohnlachte einer der gefeſſelten Lazzaroni.
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Championnet abgeſchickt, um ihn von dem glück⸗ lichen Erfolge des Unternehmens zu benach⸗ richtigen.
Nun aber hielt ſich Antonio nicht länger. Seine Wangen glühten vor Ungeduld. Er eilte zu Carracciolo und bat ihn, ihm die Stätte, wo Luigia ſchmachtete, zu zeigen. Carracciolo be⸗ gleitete ihn durch die finſteren, feuchten Gänge des Kaſtells, die man nur mit Fackeln durch⸗ ſchreiten konnte.
Sie traten in ein weites Gewölbe
— Dort hinten, ſagte Carracciolo, auf eine Thür zeigend, deren Umriſſe man im blutrothen Schein der Fackel bemerkte, ſeufzen die Un⸗ glücklichen!
Antonio ſtürzte nach der Thür.
— Luigia! rief er im Uebermaß des Ent⸗ zückens. Gellend dröhnte der Schall durch's Gewölbe.
Keine Antwort folgte.
— Sie hören Dich nicht, ſagte Carracciolo lächelnd, der Widerhall macht den Ruf unver⸗ ſtändlich.
Antonio ergriff die Thür. Sie war nur an⸗
gelehnt. Kalt lief es ihm durch's Gebein.
— Nun, meine Wärter ſind ſehr unvorſich⸗ tig! lächelte Carracciolo, indem er die Thuͤr öffnete und mit der Fackel hineinleuchtete.
Antonio ſtürzte in die dunkle Zelle.
Sie war leer! Nur feuchtes Stroh bedeckte
den gepflaſterten Boden, in der Ecke ſtand ein Waſſerkrug.
Mit einem entſetzlichen Schrei ſtürzte Anto⸗
Theilnehmend beugte ſich Carrac⸗
Es währte einige Minuten, ehe der Unglück⸗ liche ſeine Beſinnung wiedererlangte. Von ſei⸗ nem Freunde geführt, wankte er in's Kaſtell hinauf. — Das hätt' ich Euch vorher ſagen können! Ge⸗ ! ſtern Abend hat ſie der Pater Ignazio nach der Stadt zurückgeführt! Antonio's einziger Gedanke war Rache! Er
wartete mit fieberhafter Ungeduld auf den Tag,
an dem Championnet die Stadt angreifen würde, um ſeinen Rachedurſt im Blute der Räuber Lui⸗
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gia's ſtillen zu können.
Näher und näher umzingelten die franzö⸗ ſiſchen Sturmkolonnen das ſchöne Neapel. Noch immer nicht war der Widerſtand der durch die Prieſter fanatiſirten Lazzaroni gebrochen. Dieſe eigenthümlichen Menſchen, von Natur gutmüthig und nachläſſig, aber durch Nichtsthun und Pfaf⸗ fengaukelei verdorben, mit jeder Herrſchaft zu⸗ frieden, die ihnen zu ſtehlen und zu plündern erlaubte, kämpften weder aus Patriotismus noch aus Ueberzeugung für die Monarchie, ſondern weil die Pfaffen es ihnen geboten, und weil ihnen das Leben ohne Regierung, die Straf⸗ loſigkeit für ihre Verbrechen wohl gefiel. Die Neapolitaner gelten gewöhnlich für feig; da⸗ mals indeſſen haben ſie dieſe Feigheit nirgends zur Schau getragen. Im Gegentheil, jene ganze Zeit iſt reich an den wunderbarſten Beiſpielen des Heldenmuthes ſowohl auf Seiten der kö⸗ niglich Geſinnten, als der Republikaner. Ge⸗ ſchichtsſchreiber jener Zeit, deren Berichte über jeden Zweifel erhaben ſind, erzählen Helden⸗ thaten, die den berühmteſten und gefeierteſten Ueberlieferungen aller Jahrhunderte gleich zu ſtellen ſind.
So kämpften denn auch die Lazaroni in Neapel mit einer Tapferkeit, die das Eindringen der franzöſiſchen Armee gewiß vereitelt haben würde, wenn es möglich geweſen wäre, die ein⸗ zelnen Lazzaroni zu vereinigen, und unter die Führung tüchtiger Hauptleute zu ſtellen. Nicht die perſönliche Tapferkeit, ſondern nur die hö⸗ here Kriegskunſt der Franzoſen errang den Sieg.
Schon am zwanzigſten Januar drangen die Franzoſen in einzelnen Abtheilungen in die Stadt ein, wurden aber mit bedeutendem Verluſt wie⸗ der zurückgeworfen. Nicht beſſer erging es ih⸗ nen am folgenden Tage. Endlich, nachdem die beiderſeitigen Waffen einen Tag geruht hatten, beſchloß Championnet am drei und zwanzigſten Januar den letzten entſcheidenden Angriff mit dem Aufgebot aller ſeiner Kräfte. Nach dem Kaſtell St. Elmo ſchickte er einen Boten, mit dem Auftrage, auch von dort das Feuer auf die Stadt zu beginnen, ſobald der Kampf im hollen Gange ſei.
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